Festgestellt…

31 Oktober , 2009

Mein Kater ist wie ich, wenn ihm langweilig ist überlegt er sich was er futtern könnte…

1° C und heiter

15 Oktober , 2009

Am Ende des Sommers, wenn es so langsam kalt und ungemütlich wird, fröhnen der Mann und ich einen kleinen Spiel das „Wie-lange-halten-wir-durch-ohne-zu-heizen“ heißt. Ein wichtiges Element dieses Spiels ist das Thermometer im Wohnzimmer. Solange dort noch 20° C angezeigt werden ist es eindeutig zu warm um den alten Gasbollerofen anzufeuern.

Gestern haben die Batterien des Thermometers den Geist aufgegeben, und ich saß frierend, selbst im Pullover, im Wohnzimmer und überlegte wie warm oder kalt es nun sein mochte. 19 ° C wären ja noch so gerade am Limit, aber 18 ° C, da könnte man durchaus mal den Ofen anmachen… Ab einem gewissen ältegrad ist das ja auch schädlich für die Bausubstanz…

Das Spiel ist für dieses Jahr mal wieder verloren. Ich bin schwach geworden und habe den Ofen aufgedreht. Später hat der Mann ihn noch mal höher gestellt… Ausschlaggebend war der Kater, der den ganzen Tag auf dem Badezimmervorleger gelegen hatte, weil das Bad durch die gute Sonnenlage der wärmste Ort der Wohnung ist. Und unseren armen Kater wollen wir ja nicht frieren lassen ;)

„1 ° C und heiter, war es heute morgen!“, erzählt mir der Mann beim Abendessen, „Das hat so eine ältere Frau heut morgen zu einer anderen gesagt.“ Na Danke, 20 ° C und Regen wären mir evtl. lieber…

Katerstimmung

12 Oktober , 2009

Eigentlich gab es da ja immer den Möbel-Vorwand. Eine zugegebenermaßen berechtigte Angst des Mannes um seine Möbel, die er, wie ich stolz erzählen kann, alle (außer das Sofa) in mühevoller Handarbeit selbst gebaut hat. Natürlich hatte er um das Sofa auch immer Angst gehabt, immerhin ist es aus dickem Rindsleder und verdammt bequem. Also: Keine Katze für die Bleilaus, erst wenn wir unseren Selbstversorger-Bauernhof auf dem Land mit viel Platz und eigenem Zoo hätten. Damit hatte ich mich ja schon fast abgefunden, gäbe es nicht diese unsäglichen Social-Network-Portale.

In einem ebendieser traf ich nämlich eines schönen Abends auf den Hilferuf einer Bekannten. Ihr Freund und ihr Kater seien sich weder grün noch könnten sie sich riechen, und so suche der Kater eine neue Bleibe (wobei die Chefsekretärin jetzt sicher sagen würde, dass sie doch besser für den Kerl ein neues Zuhause hätte suchen sollen ;) ).

Da der Mann leider sehr unbestechlich ist (Noch nicht mal Schokolade!!!), musste ich mich natürlich zunächst wappnen. „Mag dein Kater Ledersofas?“, schrieb ich meiner Bekannten J., die den Hilferuf in die Welt gesendet hatte. „Also um eure Möbel bräuchtest du dir keine Sorgen zu machen, ist nur die Frage, ob ihr noch Platz auf dem Sofa findet, wenn er sich darauf ausgebreitete hat ;) .“ Schrieb J. zurück. Die Antwort, die ich erhofft hatte.

Zugegebenermaßen, wenn es darum geht die Männer um den Finger zu wickeln bin ich Profi. Vier Brüder und ein Vater, da hat man viel Gelegenheit von Kindheit an zu üben („Och biiiiiiiiiitte, räum doch die Spülmaschine für mich aus…“). Ich startete meinen Angriff:

Ich: „Duuuuu, die J. will ihren Kater abgeben…“

Der Mann: „Uhum…“

Ich: „Guck mal, hier ist ein Foto, willst du nicht mal schauen….?“

Der Mann: „Lieber nicht…“

Ich: „Aber er zerkratzt keine Möbel und auf Ledersofas legt er sich nur drauf…“

Der Mann: „*grummel* *seufz*, na zeig mal… Oh, der ist ja komplett schwarz…, und er hat gelbe Augen…, hm… Hast du J. schon angerufen?“

Ich: „Nee, hab ihre Nummer nicht, ich hab ihr eine Mail geschrieben.“

Der Mann: „Ich hab ihre Nummer, ruf sie mal an.“

War ja einfacher als erhofft ;) Und so tapst nun ein dicker schwarzer Kater durch unsere heiligen Hallen, versucht dem fluchenden Mann den Schinken vom Brot zu klauen, um ihn anschließend wieder damit milde zu stimmen, dass er ihm schnurrend um die Beine läuft. Natürlich hat er auch nicht irgendeinen Kratzbaum bekommen, sondern einen vom Mann persönlich zusammengestellten und -gebauten. Extragroß und extrahoch. Und wie alles was der Mann so zusammenschraubt, versehen mit dem dem Prädikat „Built to resist!“.

Wen wählen?

23 September , 2009

Meine Freundin A. geht dieses Jahr zum ersten Mal wählen – im Alter von 26 Jahren. Besser spät als nie! Ich bin immer wieder schockiert darüber wie viele Leute von ihrem Wahlrecht nicht Gebrauch machen. Wenn es in der Kneipe nebenan Freibier gibt würde doch auch niemand sagen: „Och nö, da geh ich nicht hin!“. Man könnte auch den typischen Mama-Essens-Spruch auch umformulieren: „Die Kinder in anderen Ländern wären froh, wenn sie wählen gehen dürften!“ – und das ist so wahr…

Fakt ist, was viele nicht wissen, wer nicht wählt, wählt halt eben doch, nur, dass er nicht bestimmen kann wen. Die Stimmen der Nichtwähler werden nämlich prozentual auf die Parteien verteilt, die in den Bundestag einziehen. Jetzt könnte man sagen: „Was soll’s? Ändert das Ergebnis ja nicht.“. Ja ja, das ist schon richtig, aaaaber nehmen wir mal an der Nichtwähler würde sich eigentlich durch eine kleine Partei besser vertreten fühlen, als durch die sogenannten „Major-Player“, diese scheitert aber an der  fünf Prozent Hürde – Dann wäre seine Stimme evtl. entscheidend gewesen um die Hürde zu schaffen. Nichtwählen bedeutet somit also auch häufig weniger Vielfalt im Bundestag und damit auch wenig Ansporn für die großen, sich wirklich anzustrengen.

Wer also von seiner Stimme Gebrauch machen möchte, aber weder blind wählen, noch alle Programme detailliert lesen möchte, dem sei der „Wahl-O-Mat“ der Bundeszentrale für politische Bildung ans Herz gelegt. Hier wird der eigene Standpunkt zu politischen Thesen abgefragt, und anschließend mit den Antworten der Parteien verglichen.

Die Kandidaten kann man außerdem auch bei „abgeordnetenwatch.de“ unter die Lupe nehmen. Neben allgemeinen Informationen rund um die Wahlen bietet das Portal die Möglichkeit online Fragen an die Kandidaten zu stellen, die diese auf abgeordnetenwatch beantworten. Im Kandidatencheck kann außerdem die Übereinstimmung mit den politischen Interessen des zur Wahl stehenden getestet werden.

Wie Deutschland unter der Regierung einer jeweiligen Partei aussehen könnte, kann man in der Wahlsoap „Zeit der Entscheidung“ von Spiegel-Online sehen. Nach jeder Folge wird gewählt, wie es weiter geht ist abhängig vom jeweiligen Wahlausgang.

Wählen ist also nicht nur wichtig, das „Schlau-Machen“ vor der Wahl kann sogar auch richtig spaßig sein!

Oude Stad

15 September , 2009

Viel hab ich ja bisher noch nicht erzählt, von meinem Studium im „Ausland“, in einer mittelgroßen, sehr schönen und alten Stadt. Das will ich nun aber ein wenig nachholen. Nennen wir das Städtchen einfach mal „Oude Stad“. Das ist niederländisch, bedeutet „Alte Stadt“ und passt deswegen ganz hervorragend.

Oude Stad besticht durch viele sehr, extrem alte Gebäude in typischem niederländischen Baustil, eine begehbare Stadtmauer und einer recht namhaften Universität. Meine Fakultät ist umgeben von Sex- und Coffeeshops, von Tattoo-, Piercing- und Gruftiläden und kleinen Indienlädchen, die nach Räucherstäbchen duften. Ihr Prunkstück ist der Spiegelsaal, der wohl schönste Unterrichtsraum, den ich jemals gesehen habe. Die Wände sind von oben bis unten kunstvoll mit Stuck verziert, und der Boden natürlich mit Parkett ausgelegt – leider haben wir darin noch nie Unterricht gehabt. Doch auch dem Rest der Uni sieht man seinen historischen Wert an, liebevoll restauriert und teilweise mit neueren Elementen, architektonisch geschickt ergänzt.

In den letzten zwei Wochen hat Oude Stad mein Herz erobert, und das liegt nicht nur an den niederländischen Supermärkten und der schönen Architektur, sondern auch an der niederländischen Lebensweise an sich, die mir durch die Grenznähe zwar von Kindheit an vertraut ist, nun aber wieder bewusster wird. Es ist wirklich erstaunlich, wie wenig und doch so viel anders manche Dinge ein paar Kilometer weiter sein können.

Ich denke, dass die Niederländer viel offener und herzlicher sind als die Deutschen. Das merkt man schon an der Sprache, in der ein „Sie“ zwar existiert, im alltäglichen Gebrauch jedoch nicht häufig vorkommt. Als großer Fan von allem Frittierten komme ich auf die Dauer natürlich auch um die „niederländische Küche“ nicht herum, obwohl man die hier in der Grenzregion natürlich auch in Deutschland genießen kann.

Es gibt noch eine ganze Reihe Dinge, die mir in Oude Stad immer wieder positiv auffallen. Das Wichtigste ist für mich aber, dass ich mich hier studientechnisch gut betreut und recht wohl fühle. Und vielleicht bleibe ich deswegen auch für den Master…

Taubendreck

14 September , 2009

Tauben mögen ja die Boten des Friedens und der Liebe sein – für mich sind sie gurrende Scheißmaschinen. Innenstadtbewohner von großen Städten werden mir recht geben: Tauben nerven. Bei mir persönlich fängt das schon damit an, dass ich das Taubengurren mit dem morgendlichen Aufstehen verbinde – keine gute Assoziation. Morgens sitzen die Tauben von Rock City nämlich gerne versammelt auf dem Fensterbrett unseres Badezimmers und gurren mir die Ohren zu.

Tagsüber beschäftigen sich die Biester damit, unseren kleinen Balkon vollzukacken. Deswegen haben wir jetzt das Zeichen der Wehrhaften installiert: einen großen schwarzen Plastikraben. Wir waren dabei allerdings nicht so dezent wie die meisten Rock-Citier, die ein kleines, sitzendes Exemplar auf ihrem Balkon bevorzugen, nein, wir sind in die Vollen gegangen und haben einen großen Raben mit ausgebreiteten, pechschwarzen Schwingen installiert. Sieht auch besser aus!

Die erste Zeit waren wir auch recht überzeugt davon, dass es funktioniert. Da der Mann allerdings keine Lust hatte den Balkon zu putzen, und es auch recht trocken war, konnten wir nur vermuten, das keine neuen Taubenhinterlassenschaften hinzugekommen waren. Da es aber auch irgendwann mal regnet, und der Mann auch nicht immer auf einem schmutzigen Balkon rauchen wollte (Ja, er tut es immer noch!), hat der Balkon dann doch noch mal frischen Glanz bekommen.

Eine eindeutige Aussage, was die „Ratten der Lüfte“ von unserem neuen Balkon-Mitbewohner halten, gab es dann auch schon am nächsten Tag: einen dicken Tauben-Flatschen wirklich mitten auf den Balkon-Fliesen unterstützt durch Protest-Gurren vor dem Badezimmerfenster. Ein eindeutiges Statement, wenn ihr mich fragt. Der Mann und ich machen uns nun Gedanken über eine Raben-Armee um unseren klinen Balkon zu beschützen – denn auf den Tag an dem eine Taube unserem Raben einfach auf den Kopf scheißt, wollen wir nicht warten.

11.22 Uhr – Meine Welt versinkt im Chaos. Die Küche sieht nach meiner gestrigen Kochaktion wie ein Schlachtfeld aus, mein Schreibtisch ist überhäuft mit Kram der wegsortiert sein will und vom Wohnzimmertisch schauen mich meine Studienunterlagen mahnend an. Eigentlich wollte ich heute auch noch Kekse backen… Zur Post muss ich auch noch.

„Wo anfangen?“, ist die große Frage die sich stellt. Doch die Fenster, die ich seit Wochen schon putzen will? Ohne musikalische Untermalung kann ich nicht denken. Moby oder Metallica? Um die ultimative Motivation zu erreichen ist Metallica wohl eher das Mittel zum Zweck.

Ich glaube, ich fang mit dem Staubsaugen an. Seitdem ich das tagsüber, meist gegen zwölf tue, frage ich mich regelmäßig, ob der Augenarzt unter mir darüber genau so verzweifelt wie ich über das nächtliche Duschen und „Mit-Schuhen-durch-die-Wohnung-rennen“ meines Nachbarn über dem Schlafzimmer. Egal. Er kann sich ja beschweren wenn’s ihn stört. Also der Staubsauger… Wir bräuchten ja dringend einen neuen. Seitdem der Mann den jetzigen mit Panzertape geflickt hat, nervt mich das Ding fast noch mehr als vorher. Aber woher das Geld für einen neuen nehmen? Ich brauche einen Job – Stimmt, danach wollte ich auch noch schauen…

Chaos, in der Wohnung und in meinem Kopf. Der Mann würde bestimmt mit mir übereinstimmen, dass das an den negativen Energien durch die Unordnung liegt. Ich muss etwas tun, aber was zuerst?

Meine Freundin, die Chefsekretärin schreibt mir eine E-Mail: „Du schaffst das schon! Wir glauben an dich!“. Irgendwie beruhigt mich das, aber irgendwie auch nicht… Ich werde jetzt auf Pantera umsteigen, harte Situationen erfordern harte Musik. 11.35 Uhr – chaotisch ist es immer noch, aber zumindest habe ich einen vagen Plan.

Wartungsarbeiten

3 September , 2009

Statt einen Artikel zu schreiben, habe ich heute mal ein bisschen rumgeschraubt. Ich habe mal den Wust an Kategorien sortiert. Dieser Aktion ist auch der ein oder andere Artikel zum Opfer gefallen, allerdings fällt das wahrscheinlich eh niemandem auf ;)

Dieser Tage gibt es dann aber wieder was Neues zu Lesen :)

Sportskanone

28 August , 2009

„Du, warst du früher auch mal sportlich?“, hat mich mein zweitjüngster Bruder (11) gestern gefragt.

Ich war ein bisschen empört. Ok, ich habe den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden, nächste Woche geh ich wieder trainieren. Bestimmt…

Selbstorganisation ist gar nicht so einfach. Warum sollte man um neun Uhr aufstehen, wenn man gar nicht muss? Und warum sollte man, wenn man sich dann um zehn Uhr nach eingehender Selbstermahnung (Mich erinnert das immer an Pippi Langstrumpf, die sich abends selbst ins Bett schickt.), ohne Frühstückstee ins Fitnessstudio schlurfen, wenn man noch den ganzen Tag dazu Zeit hat?

Eine Möglichkeit sich zu organisieren, wären natürlich Tagespläne, aber niemand kontrolliert ja, ob man Donnerstag auch wirklich das Bad geputzt und die Wäsche gewaschen hat… Ich persönlich glaube ja, das ist der letzte Schritt zum Erwachsenendasein, den inneren Schweinehund vergiften. Leider fällt mir spontan kein Erwachsener ein, der das ohne äußere Zwänge (Arbeit, Kinder, Abgabetermine etc.) geschafft hätte. Deshalb kann ich auch niemanden fragen.

Ich glaube, dass viele meiner Freunde jetzt sagen würden, dass sie das sehr wohl geschafft haben, auch ohne oben erwähnte Umstände. Aber, dass niemand von denen das Putzen des Bads schon mal auf den nächsten Tag verschiebt, das glaub ich nicht wirklich…