No place like home
20 Januar , 2010
Kein Ort ist so wichtig, wie das eigene Zuhause. Das Zuhause sollte ein Kraftort sein. Am bestenallerdings ohne Wasseradern und magnetische Erdschwingungen – was die alten Kelten, wie mir die gestrige Doku nahebrachte, als wichtiges Auszeichnungsmerkmal eines Kraftortes sahen. Zuhause ist wo man die Energien auftankt, und man muss sich dort gut fühlen.
Ob wir uns bei winterlichen Dusch-Wassertemperaturen von unter 36 ° C und lautem Gittarenspiel unseres Nachbarn um 3 Uhr nachts wirklich wohl und entspannt fühlen – darüber sinnierten der Mann und ich bereits seit einem Jahr. Was ist das größere Übel: Ein Umzug, oder weiterhin nicht schlafen und gerade im Winter nicht heiß duschen zu können? Der Mann und ich, wir haben eine Umzugsphobie, seit vor zwei Jahren, als wir in diese Wohnung eingezogen sind. Der damalige Umzug hatte drei Tage und eine Nacht gedauert. Es gab Verletzte, aber Gott sei Dank keine Toten, und unsere Freunde haben sogar noch mit uns geredet. Das rechne ich ihnen bis heute hoch an.
Unsere Umzugsphobie war es auch, die uns dazu brachte nur manchmal einen verstohlenen Blick in die Wohnungsanzeigen zu werfen, den Newsletter eines Immobilienportals jedoch abonniert zu lassen. Jede Wohnung, die wir uns während des letzten Jahres angeschaut haben, wurde kritischen Blicken unterzogen. Was könnte uns daran wohl irgendwann mal nerven? Unser Ziel war die perfekte Wohnung. In eine andere würden wir nicht einziehen, hatten der Mann und ich uns vorgenommen. kurz vor Weihnachten ereilte uns dann das unerwartete: wir hatten sie gefunden! Bad mit Badewanne, ein kleiner Balkon, weder Dach- noch Erdgeschoss, ruhige Nachbarn und: heißes Wasser!
Jetzt sitzen wir seit zwei Wochen auf sich immer höher stapelnden Bergen von Umzugskartons und zählen die Tage. Am letzten Januarwochenende geht es los. Wir haben Angst und beruhigen uns gegenseitig. Diesmal sind wir vorbereitet und perfekt organisiert, diesmal wird alles gut. Währenddessen lecken die Katzen das schmutzige Besteck ab. Am Samstag wurde unsere Küche abgeholt, wir besitzen jetzt nur noch eine Spüle. Die Spülmaschine fungiert jetzt als Aufbewahrungsort für noch nicht verpacktes, sauberes Geschirr. Gestern beim Essen rutschte mir schon raus: “…und wenn wir nächste Woche Zuhause sind…”. Das klingt doch nach einem guten Anfang.
Was das neue Jahr bringt…
12 Januar , 2010
Das Gummibärchen-Orakel sagt:
LEIDENSCHAFT, KREATIVITÄT, GLANZ
Es sieht gut aus. Gut für Ihre Talente. Für das, was Sie vorhaben. Für Ihr Konto. Sie haben die beneidenswerte Farbkombination gezogen, mit der Calvin Klein sein Arbeitszimmer ausgestattet hat. Wissen Sie doch: Amerikas erfolgreichster Designer. Orange für Kreativität, Rot für Leidenschaft und dreimal Gelb für Aufwärtsentwicklung. Für den Glanz, der Sie dann umgibt, wenn Sie das tun, was Sie immer schon vor hatten. Sie haben Abschied genommen vom Armutsbewusstsein. Es hat Zeiten gegeben, da dachten Sie: Das kann ich nicht. Dafür bin ich nicht talentiert genug. Und das, was ich mir wünsche, das kann ich mir nicht leisten. Diese Zeiten sind vorüber. Dreimal Gelb heisst: Sie lernen, sich selber wertzuschätzen. Sie ersticken nicht mehr Ihr eigenes Feuer. Sie lassen es strahlen. Sie denken auch nicht mehr: Ich bin bloss dies und das, ich kann nicht in Nobelklamotten herumlaufen. Können Sie, dürfen Sie, sollen Sie! Wenn das nun mal Ihre Wünsche sind! Wunscherfüllung bringt Sie weiter! Wer sagt: Das kann ich mir nicht leisten, denkt insgeheim: Das bin ich mir nicht wert. Aber Sie sind der wichtigste Mensch in Ihrem Leben. Und wenn Sie sich nichts wert sind, dann halten andere Sie auch nicht für wertvoll. Und genau das haben Sie geschnallt. Sie sind sich endlich etwas wert. Und Ihre Umgebung spürt das. Die Leute ahnen Ihren inneren Reichtum, an den Sie selbst lange nicht geglaubt haben. Und der sich Ihnen jetzt öffnet, als hätten Sie erst jetzt das Schlüsselwort für Ihre Schatzkammer gefunden. Mit Ihrer Kombination aus Leidenschaft, Kreativität und Glanz können Sie sich eine Menge leisten. In jeder Beziehung. Wir sind gespannt.
Ich auch…
Silvester – Eine Abrechnung
31 Dezember , 2009
Es ist wieder so weit, das letzte Jahr liegt mehr oder weniger ereignisreich hinter uns. Zeit die guten Vorsätze vom letzten Jahr zu überprüfen, und neue für das nächste Jahr zu finden. Letztes Jahr habe ich mir vorgenommen:
1. Meinen Hintern wieder regelmäßig ins Fitnessstudio zu bewegen.
2. Alte Kontakte zu reanimieren.
3. Mir mehr Zeit zum Entspannen zu gönnen.
4. Meine praktische Prüfung zu bestehen.
5. Meinen alten Schreibtischstuhl durch einen rückenfreundlicheren zu ersetzen.
Vorgestern habe ich meinen Fitnessstudio-Vertrag gekündigt, war wohl eher nicht so erfolgreich mit dem Trainieren. Dafür habe ich aber direkt einen neuen Vorsatz gefasst: 1. Beim Unisport einschreiben. Ein weiterer Vorsatz für’s neue Jahr fiel mir beim Lesen von Vorsatz 2 ein: Vorsätze nicht mehr so allgemein formulieren!
Das mit der Entspannung ist ja auch so eine Sache, ich hatte 8 Wochen Urlaub, habe mir eine Entspannungs-CD und ein Anti-Stressbuch gekauft, für mich würde das den Vorsatz als erledigt einstufen, auch wenn Klausuren und Abgabetermine meinen Entspanntheitsgrad etwas heruntergesetzt haben. Trotzdem kann man ihn ja mal mit auf die Liste für’s neue Jahr nehmen: 3. Noch mehr entspannen! Punkt 4 und 5 können dagegen erfolgreich abgehakt werden, zumindest, wenn denn mein rückenfreundlicher Schreibtischstuhl mal ankommt.
Abseits von erfüllten, nichterfüllten, oder mehr-oder-weniger-erfüllten Vorsätzen gab es natürlich noch einige andere Happenings 2009: Der Spinat ist zurück auf meinen Speiseplan gewandert, ein dicker schwarzer Kater ist bei uns eingezogen, ein kleines Marmorkuchen-farbiges Kätzchen gleich hinterher, meine Ausbildung liegt hinter mir, mein erstes Semester auch und wahrscheinlich noch eine ganze Menge Aufregung vor mir.
Deswegen wünsche ich euch jetzt schon mal allen einen guten Rutsch ins neue Jahr! Feiert möglichst wild und schreibt mir welche Vorsätze ihr gehalten habt, gefasst habt, oder auch nicht
Torschlusspanik
25 Dezember , 2009
Nachdem ich sämtliche Ka(n)tastrophen des letzten Semesters (hoffentlich) erfolgreich hinter mir gelassen habe bin ich eingetaucht in die Welt der Uhren- und Schmackverkäufer. Pünktlich, zwei Tage vor Weihnachten, hat die weiße Pracht auf den Bürgersteigen zu schmelzen begonnn und sich in nasse, schmutzige braune Pampe verwandelt. Die Gemüter in den Geschäften sind weniger gereizt als verzweifelt. Ehemänner mit Pandora-Heftchen strömen scharenweise in den Laden.
“Pandora… die Büchse der Pandora?” fragt der Mann mich leicht irritiert. Nein, nein, nein. Ich möchte hier ja niemandem zu Nahe treten, aber Pandora ist ein Schmucksystem für Frauen mittleren Alters, die schon alles haben.
Vor noch nicht allzu langer Zeit in einer anonymen, total hippen Marketingabteilung:
Creative Director: “Ok Leute, ölt eure Hirne, wir haben einen neuen Auftrag! Unsere Firma will ein neues Produkt auf den Markt werfen!
Mitarbeiter 1: “Aber Chef…”
CD: “Ja ja, ich weiß, wir haben erst im Januar März, Juli und August neue Produkte rausgebracht, aber dieses soll ein Knüller werden! Unsere Zielgruppe sind Frauen!
Alle: “Och nö, nicht schon wieder!”
CD (klatscht in die Hände): “Also meine Lieben, jetzt mal zackig, WMF, Was mögen Frauen?”
Mitarbeiter 1: “Schmuck!”
CD: “Sehr gut! Gekauft!”
Mitarbeiter 2: “Sammeln!”
CD: “Super! Das erfreut das Herz der Finanzabteilung!”
Mitarbeiter 3: “Niedliche Figuren!”
CD: “Ich sehe, wir haben das neue Produkt! Wunderbar ihr dürft jetzt eure Puderpause machen!”
Das ist meine Vorstellung von der Pandora-Geburtsstunde. Das ist der Grund, warum ich jetzt überteuerte Silberarmbänder, mit noch überteuerteren Perlen an arme, schwitzende Ehemänner mit Werbeheftchen voller angekreuzter Perlen verkaufe. Einer dieser armen Ehemänner erklärt mir jedoch seine gänzlich andere Sicht der Dinge: “Wenn ich meiner Frau jetzt so ein Bändchen schenke, muss ich mir nie wieder Gedanken um Geschenke machen. Sie bekommt dann einfach immer eine Perle.” Ich könnte diesen Satz mit vielfachen Kommentaren versehen, lasse ihn aber an dieser Stelle einfach mal wirken.
Mittlerweile ist der erste Weihnachtstag. Die letzten zwei Nächte habe ich im Traum weiter Uhren und Schmuck verkauft. Der Schnee ist mittlerweile geschmolzen und ich bin froh, dass man sich in meiner Familie keine Bettelarmbänder mit hässlichen Perlchen schenkt, sondern Zeit, gutes Essen und gemütliches Beisammenmsein. Frohe Weihnachten!
Festgestellt…
14 Dezember , 2009
Irgendwer aus meinem Freundes-, Bekannten- oder Familienkreis muss auch Arts and Culture studieren. Wofür sonst mache ich mir eigentlich die Mühe meinen gesamten Stoff ordentlich zu ordnen, zusammenzufassen und zu komplettieren?! Vielleicht sollte ich die Unterlagen später verkaufen…
Heute ist ein schöner Tag…
8 Dezember , 2009
… weil ich gerad eben meinen neuen Bürostuhl bestellt und damit einen meiner Neujahrsvorsätze noch rechtzeitig vor Jahresende erfüllt habe! Ade, Klappstuhl einer schwedischen Möbelhauskette! Da kann mich auch mein heute Abend noch ausstehendes Date mit Herrn Kant nicht mehr schocken…
))
Es weihnachtet sehr…
2 Dezember , 2009
… zumindest überall um mich herum. Die Schaufenster sind bereits seit Monaten dekoriert, die Weihnachtsmärkte sprießen wie Pilze aus dem Boden und an Butterspekulatius habe ich mich schon im Oktober überfressen. Weihnachtlicher fühl ich mich aber nicht.
Vielleicht liegt das an der Abgabe der Zusammenfassungen diverser philosophischer Texte, die nächste Woche ansteht, oder an dem Exam in der Woche darauf… Fakt ist jedoch: dies ist das erste Jahr in dem ich drei Wochen vor Weihnachten immer noch keine Weihnachtsgeschenke gekauft habe.
Ich hoffe, dass mich das Weihnachtsfieber noch rechtzeitig erwischt. Vielleicht sollte ich dem Kater rote Stiefel anziehen…
Dinge die man sich nachts schon mal fragt…
1 Dezember , 2009
… warum zur Hölle spielt der Kater um zwanzig vor zwei mit einem Golfball?
Familienbande
28 November , 2009
Letztlich habe ich die Bleilaus-Familie in der Kleinstadt besucht. Die Bleilaus-Mama musste mir helfen meine Vorhänge zu kürzen und Kräuselband einnähen. Der Mann und ich wohnen nämlich in einer Altbauwohnung, was bedeutet, dass man nicht einfach so Gardinenstangen an die Wände hängen kann, sondern auch schon mal auf so altertümlich Methoden wie Gardinenschienen zurückgreifen muss.
Es kommt selten vor, dass alle Bleilaus-Brüder gleichzeitig im elterlichen Heim anzutreffen sind, ist dies jedoch der Fall, so ist das auch ein Garant für einen lustigen Morgen/Mittag/Nachmittag/Abend. Zunächst bestürmten mich die beiden Jüngsten mit ihren Wunschzetteln – Weihnachten ist ja nicht mehr weit. Es gab eine kurze Diskussion, ob jetzt das Christkind, der Weihnachtsmann, oder die große Schwester die Geschenke bringt. Nachdem ich aber klargestellt hatte, dass es von mir definitiv keine Computerspiele gibt, wurde überlegt ob man nicht doch die Hoffnung auf’s Christkind setzen solle.
Mit meinen beiden älteren Brüdern geht es da eher um Fakten. “Wusstet ihr, sagte ich, dass man im Mittelalter überhaupt nicht geglaubt hat, dass die Erde flach ist?”, fragte ich. “Also ehrlich gesagt”, witzelte mein ältester Bruder, “glaube ich das bis heute noch nicht so ganz.”
Meine beiden älteren Brüder sind beide im Lebensmittelhandel beschäftigt, und so schon vertrauter mit dem Thema “Der Kunde und ich”. Das prädestiniert sie natürlich als Klagemauern für meine ersten Arbeitserfahrungen im Kaufhaus. “Ach weißt du”, meint der jüngere von beiden, “so richtig lustig wird das erst, wenn du den ganzen Laden voller Kunden hast, die belegte Brötchen kaufen möchten. In solchen Augenblicken kommt immer ein Schulkind rein, legt dir drei Euro auf die Theke und sagt: “Dafür hätte ich gerne rote Lutscher.” Die roten Lutscher kosten bei uns 5 cent, und ich muss sie dann abzählen.”
Nach weiteren Lästereien über seltsame Kunden, und einigen Überzeugungsversuchen meiner beiden jüngsten Brüder ihnen doch das Transformers Spiel für die Videokonsole zu schenken (“Guck mal, das ist ein You-Tube-Video davon”), war das Kräuselband eingenäht, und die Vorhänge gekürzt. In der Zwischenzit hatte jeder meiner Büder einmal gefragt, was wir da eigentlich tun, und was das werden solle. Dieses Wochenende hat der Mann Geburtstag. Dann kommt uns die ganze Bande besuchen. Ich freue mich schon darauf.
Wie es geht
22 November , 2009
Mein Studentenleben hält mich in Atem. Nachdem ich jahrelang in Träumen über wilde Partynächte zwischen philosophischen Diskussionsrunden und viel Freizeit geschwelgt habe, hat mich spätestens in der vergangenen Woche die Realität eingeholt. Zumindest wir Studenten in Oude Stad wissen wie man hart arbeitet.
Generell möchte ich mich ja nicht beklagen, denn müsste ich nicht nebenher arbeiten, wäre mein Studium zwar nicht wesentlich weniger anstrengend als mein vorheriges Arbeitsleben, aber ich hätte zumindest ein kleines bisschen mehr Freizeit. Da mir aber leider eine reiche Geburt versagt war, trete ich nun diese Woche meine Arbeitstelle im Weihnachtswahnsinn an. Vier Wochen lang soll ich die Kunden eines großen Kaufhauses betreffend Parfum und Schmuck beraten. Wer mich näher kennt wird diese Vorstellung sehr absurd finden – ungefähr genau so absurd wie ich diesen Vorschlag meiner zukünftigen Chefin fand (An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Chefsekretärin den Jackpot gezogen hat und die Spielwarenabteilung betreut *grmpf* *neid*).
“Sie hat mich gefragt, ob ich mich für Schmuck interessiere…”, erläuterte ich dem man kopfschüttelnd in unserem abendlichen Tagesrückblick. “Aber das tust du doch, solange er aus Horn, Titan oder Stahl ist…”, witzelte der Mann – ich bin stolze Trägerin geweiteter Ohrlöcher, sogenannter Flesh-Tunnel bzw. Plugs und diverser Piercings.
Ich denke, man muss nehmen, was man kriegen kann, und für eine Menge anekdotischer Erzählung wird der Monat bestimmt ausreichend Stoff bieten. Man(n) darf also gespannt sein…