Oh wie schön…
20 August , 2008
Ich habe meine alten Schülerzeitungs- und Lokalzeitungsredakteurartikel wiedergefunden!
Einen kann ich euch definitiv nicht vorenthalten, ich glaube er ist von 2002:
Auf Ministerreise mit Harald Schartau
Über Firmenbosse, Jungjournalisten und Cevapcici
Letzten Freitag hieß es früh aufstehen für 50 Jungjournalisten und ab in die Landeshauptstadt. Treffpunkt war das Landesministerium für Wirtschaft und Arbeit, wo die jungen Redakteure, eingeladen von JPNW und M. GmbH, ungeduldig auf den Minister warteten. Ein Einblick der besonderen Art, denn wer hat schon mal die Gelegenheit einen Tag mit einem Minister zu verbringen? Punkt 8:15 Uhr erschien ein gutgelaunter Herr Schartau und bestieg den Doppeldeckerbus, die Jugendlichen und einige Profijournalisten im Schlepptau. Schon während der Fahrt musste er sich einigen Interviewern und Fotografen stellen, beantwortete geduldig Fragen nach seinem Lieblingsfilm und griff gerne zu als man ihm saure Erdbeerweingummis anbot.
Erste Haltestelle der Tour, die unter dem Motto „Zukunft durch Technik“ stand, war das Siemens Testzentrum in W.. Nach einer kurzen Begrüßung wurde ein kleiner Snack gereicht, Herr Schartau beknabberte ein Käsebrötchen, und die Firma wurde vorgestellt.
Konzentriert lauschte der Minister dem Vortrag, die Beine überkreuzt und den Schnurrbart zwirbelnd, kommentierte er auch schon mal die ein oder andere Szene, während seine Pressesprecherin immer wieder Interviewanfragen oder wichtige Gespräche am Handy entgegennahm. „So oft kommen Ministerreisen nicht vor“, erzählte er mir während wir das Testgelände besichtigten, „die meiste Zeit sitze ich im Parlament, muss Fragen beantworten, Stellung nehmen oder ich nehme an Kabinettssitzungen teil.“ Fragen beantworten musste er an diesem Freitag auch und immer wieder posieren, posieren „Das gehört dazu wenn man Minister ist. Am besten sind immer die Fotos auf denen man Hände schütteln muss.“, grinste der ehemalige Chemielaborant und ja, Technik habe ihn schon immer interessiert, und nun sei es auch wichtig Jugendliche dafür zu interessieren.
Wie sehr ihn Technik interessiert sah man bei seiner Fahrt im neuen ICE3, der zur Zeit in W. getestet wird. Wie ein kleiner Junge fuhr der Minister stolz den schweren Zug „Aber einen Zugführer der mit 300 Sachen in einen Tunnel fährt beneide ich nicht! So, und jetzt bist du dran!“ Diese Aufforderung hatte ich nicht erwartet, aber es ist schon ein tolles Gefühl so einen Zug mit 130 km/h über die Schienen zu jagen. Anschließend kamen noch einige andere Schüler in den Genuss einer Fahrt, aber Harald Schartau bemerkte mit einem Zwinkern: „Das haben wir aber besser gemacht.“
Zeit zum Ausruhen war nach dieser Anstrengung aber nicht, denn Minister ist man nun mal non-stop, und so schaffte es Herr Schartau gerade noch ein paar Cevapcici vom Mittagsbuffet zu ergattern ehe ihn die Pflicht zu einem wichtigen Telefoninterview rief. „Aber das macht ja nichts, denn wie man sieht habe ich einige Reserven angesammelt, wodurch ich auch schon mal auf das Mittagessen verzichten kann.“
Nach einer kurzen Diskussionsrunde, bei der auch Zertifikate für die „ICE-Lokomotivführer“ vergeben wurden ging es zur zweiten und letzten Station des Tages, dem Unternehmen XY in GK.
Bei der Vorstellung des Unternehmens durch den Unternehmensvorsitzenden Dr. Peter Schimitzek zeigte sich, dass auch Minister nur Menschen sind. So wirkte Herr Schartau etwas müde, aber auch ein wenig verwirrt durch die vielen Zahlen und Fakten. Bei einer abschließenden Diskussionsrunde mit den Schülern, während der auch die Firmenpartnerschaft zwischen dem St. U. Gymnasium in GK und XY offiziell gemacht wurde, hatten die Jungredakteure noch einmal die Gelegenheit Fragen zu stellen.
Während des Abschiedsimbiss verkündet mir Herr Schartau sein Fazit des Tages: „ Sehr viele junge, interessierte Redakteure, ein journalistisches Highlight, interessante Betriebe, ein Bisschen viel Gequassel, aber, ich weiß nicht ob es Ihnen aufgefallen ist, während wir hier die ganze Zeit unterwegs waren hat der Frühling angefangen. Es ist zwar noch nicht richtig warm, aber die Sonne scheint schon aus voller Kraft.“