Aus der Tageszeitung
5 Dezember , 2008
Den Nazis wird „aktive Ignoranz“ beschert
Rock City. Stell’ dir vor, die Nazis sind in der Stadt – und keiner hält sich daran auf. Schon würde die Provokation der von den Rechtsextremen für Heiligabend angemeldeten Demo – Titel: „Da habt ihr die Bescherung!“ – wie eine Seifenblase platzen. Tatsächlich könnte es annähernd so laufen.
Denn ein breites Bündnis gegen Rechts hat am Donnerstag im Rathaus die Gegenstrategie zum neuerlichen Nazi-Aufmarsch festgelegt. Sie lautet: „aktive Ignoranz“. So fasste Oberbürgermeister J. L. das zusammen, was an diesem 24. Dezember stattfinden wird – oder eben nicht. Eine Gegendemonstration wie am 8. November wird es nämlich nicht geben.
Vertreter zahlreicher Gruppen und Institutionen kamen am Donnerstagnachmittag zusammen. Mit dabei waren die katholische und die evangelische Kirche, die jüdische Gemeinde, die türkisch-islamische Gemeinde, die fünf Ratsfraktionen, der DGB, der Friedenspreis, der Polizeipräsident und die „Antifa“. Eine große Mehrheit habe sich dafür gefunden, sich an Heiligabend, diesem „Tag des Friedens“, von den Rechtsextremen „nicht die Gangart vorschreiben zu lassen“, erklärte L. im Anschluss. Man werde sich durch die Demo nicht provozieren lassen. Und: „Wir in Rock City brauchen nicht nachzuweisen, dass wir antifaschistisch sind.“
Aber die Ignoranz soll eben aktiv sein. Es wird sehr wohl Aktionen geben. So findet an Heiligabend wahrscheinlich in der Synagoge ein Wortgottesdienst statt. In den Tagen vor Heiligabend soll in der City Aufklärungsarbeit geleistet werden. Dafür werden prominente Vertreter des Bündnisses – unter anderem auch der OB, der Superintendent und der Regionaldekan – zur Verfügung stehen. Wie genau das ablaufen wird, soll eine Arbeitsgruppe noch klären.
Denkbar ist aber zum Beispiel eine Flugblatt-Aktion. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, soll das Thema auch Eingang in Predigten in den weihnachtlichen Gottesdiensten finden. Der mögliche Demonstrationsweg der Nazis soll indes mit Plakaten „gepflastert“ werden. Auf ihnen wird das Motto der Gegendemonstration vom 8. November stehen: „Wir sind Rock City – Nazis sind es nicht“.
Laut Linden sind zwei Gruppen aus dieser Phalanx der „aktiven Ignoranz“ ausgeschert: die Fraktion der Linken und die „Antifa“. Diese möchten sich offenhalten, eine Gegendemo anzumelden.
Die Polizei wird sich – so oder so – wieder für den schlimmsten Fall vorbereiten müssen. Nämlich dass es zu Ausschreitungen kommt. Deswegen sind auch an Heiligabend hunderte Beamte in Rock City zu erwarten. Polizeipräsident K. O. wird die rechtsextreme Demonstration anders als jene am 8. November nicht verbieten. „Dafür liegen nach intensiver Prüfung des Sachverhalts keine ausreichenden Gründe vor“, hieß es am Donnerstag im Polizeipräsidium. Zu erwarten ist überdies, dass es diesmal keine „Standkundgebung“ am Bahnhof, sondern tatsächlich einen Demonstrationszug der Nazis durch die Stadt geben wird.
Ich lasse das mal unkommentiert (freue mich jedoch auf eure Kommentare) und verweise auf meinen Eintrag vom 8. November
Was sonst noch geschah…
4 Dezember , 2008
Samstag hatte der Mann endlich Geburtstag. Endlich, weil ich sein Geschenk bereits seit zwei Wochen in unserem Kleiderschrank versteckt hatte, und mir die Zunge hätte abbeißen müssen um es noch weiter geheim zu halten.
Männer werden sieben, danach wachsen sie nur noch – Diese StudiVZ-Weisheit hat durchaus wahre Anteile. Für mich jedenfalls gibt es nichts herzerweichenderes als den Mann gerührt vor seinem Geburtstagsgeschenk, einem Roboter, sitzen zu sehen, und nichts Grausameres als festzustellen, dass ich vergessen habe die zugehörigen Batterien zu kaufen. Oops
! Gott sei Dank gibt es aber You Tube, und so endete der sehr frühe Samstagmorgen (Ich musste ihm das Geschenk einfach schon um zwölf geben!) vor dem heimischen Computer mit Werbefilmen über unseren neuen Mitbewohner.
Da der Mann auch ein Partytier ist, musste der Ehrentag natürlich auch gebührend gefeiert werden. Samstagabend, bis Sonntagmorgen um halb acht. Fazit: Wieder einmal stelle ich fest, dass wir außerordentlich ordentliche Freunde haben. Auch wenn ich Sonntagmorgen das Gefühl hatte noch von dem in der Luft liegenden Wodka-Geruch high werden zu können, waren die Teller ordentlich geleert aufgestapelt, und außer einem Glas ist auch nichts kaputt gegangen. Doch – der Mülleimer, den unser Freund D. als Sitzgelegenheit missbraucht hatte, und der sich anschließend nicht mehr öffnen ließ, was D. durchaus peinlich war.
Beim Aufräumen fand ich dann auch den „White Russian“, der am Abend zuvor als vermisst gemeldet worden war. Er hatte sich in unserem Dielen-Einbauschrank bei den Putzmitteln versteckt. Der Mann, leicht verkatert, bekam fast einen Erstickungsanfall vor lachen, als ich das Glas sichtlich irritiert in die Küche brachte.
Manchmal denke ich, ich sollte unser Leben stetig filmen, denn so einige Sachen glaubt mir doch bestimmt kein Mensch…
Lecker was auf die Ohren
3 Dezember , 2008
Dieser junge Mann sieht nicht nur juuuht aus, er greift auch hinreissend in die Seiten. So kommen z.B. auf seinem Album „Virtuoso“ nicht nur klassische Klänge sondern auch der Metallica-Song „Nothing else Matters“ oder „Somewhere“ aus dem Musical „West Side Story“ zu neuem Glanz.
Wer mir nicht glaubt der lausche selbst, z.B. hier:
oder auf der offiziellen Website:
http://www.david-garrett.com
Schneefrei
3 Dezember , 2008
Ok, ich geb’s ja zu, ich hab heute Morgen ein bisschen verpennt. Nach gestern fühlte sich mein Hirn an, als wäre ich einer Horde hungriger Zombies zum Opfer gefallen, die im Eifer des Gefechts den Inhalt meines Kopfes zu einer Mousse au chocolat ähnlichen Masse verarbeitet haben.
Dennoch war ich tapfer, habe mich, wenn auch wie gesagt etwas verspätet, aus dem Bett gequält, um unsinnigerweise einen weiteren Tag in der Berufsschule zu vergeuden. Ich kämpfe mich also durch den Nieselschnee (Es schneit seit Stunden, so, dass mittlerweile sogar ein bisschen braune Pampe auf den Bürgersteigen liegen bleibt.) und warte auf den Bus, der nicht kommt. Bei der Bahn gibt es ja wenigstens noch Durchsagen, wenn ein Zug ausfällt, an Bushaltestellen gibt es das aber nicht. Ich bin nicht die einzige, die wartet. Eine Gruppe Schüler, die ich vom Sehen her kenne flucht laut darüber, dass dieser Bus wohl auch auszufallen scheint. Na Gott sei Dank liegt das Büro der Busgesellschaft von Rock City direkt auf der anderen Straßenseite, nach einer Stunde vergebenen Wartens in der Kälte eine gute Idee mal nachzufragen.
Dort kann man uns aber auch nicht weiter helfen. Wann der nächste Bus in unsere Richtung (alle anderen Busse fahren seltsamerweise) fährt – vielleicht in einer oder in zwei Stunden – vielleicht. „Die stwehen alle irgendwo.“, sagt die Tussi. „Ach nee!“, denke ich. Ich bin genervt. Warum bin ich eigentlich aufgestanden? Eine Bescheinigung für die Schule will die Tussi uns auch nicht ausstellen. Da müssen wir zum anderen Kundencenter, das *TrommelnundTusch* direkt neben unserer Schule liegt.
Das letzte womit ich jemals gerechnet habe ist hier, in einer der westlichsten Ecken Deutschlands einmal wirklich schneefrei zu haben! Nixcht, dass ich wirklich traurig darüber bin, aber einbisschen blöd fühlt man sich schon…
Abschlussprüfung
3 Dezember , 2008
Wenn einem die Kolleginnen sagen, dass man sich gar nicht verrückt machen muss wegen der theoretischen Abschlussprüfung, weil sowieso das gefragt wird, was man nicht gelernt hat, oder weil die Fragen so speziell sind, dass man das Gefühl hat noch nie davon gehört zu haben, möchte man das ja nie glauben. „Mit genug Vorbereitung wird wohl jede Aufgabe lösbar sein!“, denkt man dann, und ich persönlich verdränge immer, dass ich leider keine hellseherischen Fähigkeiten besitze… Lange Rede kurzer Sinn: Es war genau so, wie Oli es prophezeit hatte.
Wer würde denn auch bitte auf die Idee kommen, dass bei dem gegebenem Thema „Perspektive“ nicht nach den Perspektivarten gefragt wird, oder ein Bild auf Perspektive analysiert werden soll, sondern nein, dass man bitte drei Quader aus der Froschperspektive unter Einbeziehung zwei gegebener Fluchtpunkte zeichnen soll? Oder, dass man im fachungebundenen Teil aus einem Phantasie-Hexadezimalwert die Farbe bestimmen soll?
Mehr als einmal habe ich mir gestern gewünscht, dass man im fachspezifischen Teil statt einer, besser drei von fünf Aufgaben streichen können sollte. Verglichen mit den Prüfungen, die wir vorher zur Übung durchgegangen sind, fand ich die Aufgaben schon ziemlich hart.
Das hab ich auch der Ollen gesagt, die gestern Berufsschule hatte, und versucht hat mich in ihrer Pause aufzubauen:
Olle: „Ach komm schon, du musst doch nur bestehen!“
Ich: „Na ne Zwei muss es schon werden, sonst bringt der Hahn mich um!“
Olle: „Ach ja, stimmt ja!“
Das Härteste ist allerdings, die Zeit, die ich jetzt absitzen muss bis mein Ergebnis kommt *zitter*. Da ist die Vorbereitung der praktischen Aufgabe mit der ich mich nun beschäftigen muss nur eine vage Ablenkung.
Oli sagt: „Wenn du das Gefühl hattest, es ist super scheiße gelaufen, dann hast du eine drei!“. Ich werde versuchen ihr zumindest dieses Mal zu glauben.
