It’s fucking Metal!

1 Januar , 2009

Ich bin ja mittlerweile etwas faul geworden, was das Besuchen von Konzerten angeht. Nach spätestens einer Stunde tut mir der Rücken weh und ich kann nichts sehen, weil jedes Mal wenn ich einen Platz mit guter Sicht ausgemacht habe, auf die Sekunde genau nach zwei Minuten, ein Mensch mit gefühlter Größe von 1,90 m den Platz vor mir ausfüllt. Die Bässe sind meist übertrieben laut, sodass man den Gesang nicht mehr versteht und last but not least hab ich keine Lust mehr ständig die fiesen, schwitzigen Haare irgendeines fremden Kerls im Gesicht zu haben (was bei Metalkonzerten nahezu unvermeidbar ist).

Eine Ausnahme mache ich aber natürlich gerne, wenn mein sehr geschätzter Kumpel Metalsascha den weiten Weg von SF auf sich genommen hat, um in der Stadt (oder auch in der nebenan) mit seiner Metallica Coverband „Cunning Stunts“  das Haus zu rocken – da kann ich mich darauf verlassen, dass sie den Bass zu bändigen wissen ;) . Ein großartiger Nebenffekt dieser Konzerte ist, dass ich so in mehr oder regelmäßigen Abständen ein paar Leute rund um meine ehemalige Schule wieder treffe:

„Ach, die Frau Bleilaus! Das letzte Mal habe ich dich gesehen als du, glaube ich, fünfzehn warst!“.

In diesen Momenten wünsche ich mir mit einundzwanzig Jahren Lebenserfahrung geboren zu sein, wenn ich mich an die vielen peinlichen Dinge erinnert, die ich in dieser Zeit unter dem Einfluss des ein oder anderen Bieres, das ich eigentlich noch gar nicht trinken durfte, in der ein oder anderen Discothek, die ich eigentlich noch gar nicht besuchen durfte, erinnere.

Was Illegalitäten angeht bin ich also erfahren. Im weiteren Verlauf des Abends stelle ich fest, wie schnell man drogenabhängig werden kann. Als ich aus dem Damen-WC herausstolpere steht ein junger Herr davor, der mich fragt, ob ich ihm einen Moment helfen, und das Blättchen, welches er in der Hand hält, festhalten könnte, während er umständlich mit seinem Tabak rumhantiert. Ich bin ein hilfsbereiter Mensch, auch wenn ich strenger Nichtraucher bin, also helfe ich ihm gerne dabei sich zu vergiften. Allerdings bin ich doch sehr peinlich berührt, als er ein Tütchen Hasch herausholt und anfängt ihn im Zeitlupentempo auf dem Blättchen zu verteilen. Ich habe das Gefühl, dass er ewig braucht, mein Kopf ist hochrot und zu allem Überfluss kommt in diesem Moment der Kellner aus dem sich hinter uns befindenden Lagerraum: „Könnt ihr bitte draußen kiffen gehen?!“. Ich werde mit Sicherheit keinem Menschen mehr ein Blättchen halten, das kann ich aber versprechen!

Drei Kölsch weiter (was eigentlich keinen Unterschied macht, denn Kölsch ist Kölsch und Bier Bier…) kann ich mich jedoch mit dem Gedanken trösten, dass ich den Kellner wahrscheinlich nie wieder sehen werde und bin ein wenig beruhigt. Wenn solche Dinge passieren frage ich mich manchmal, was wäre, wenn ich mal so berühmt wie Madonna wäre: „Ich hab die Bleilaus beim Kiffen erwischt!“ würde dann wohl auf dem Titel der Bildzeitung stehen. „Mann, bin ich froh, dass ich nicht Madonna bin!“ denke ich mir, leere mein Bier und genieße den Rest des Konzerts – auf dem Barhocker. Ich kann sehen, mein Rücken schmerzt nicht, und mir schlagen keine ungewaschenen Haare ins Gesicht. Vielleicht geh ich doch mal wieder öfter aus.

3 Antworten zu “It’s fucking Metal!”

  1. tobi sagte

    Das mit den Sitzplätzen bei Konzerten hab ich dieses Jahr beim novarock-Festival erlebt. Das einzige, was ich drei Tage lang gemacht habe, ist auf dem Absperrgitter neben einem Bierstand zu sitzen und aus etwa 150 m Entfernung ruhig den Konzerten zuhören und sehen…

  2. kath sagte

    Da kannste dich aber drauf verlassen! Und wenn ich dich aus dem Haus schleifen muss! Obwohl wir uns wahrscheinlich gegenseitig schleifen muessen… Aber geschliffen wird!

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