Mein Zahnarzt und ich, wir kennen uns schon eine ganze Weile. Als ich vier Jahre alt war durfte ich mir nach jedem Besuch ein kleines Spielzeug aus einer bunten Plastikdose aussuchen. Als ich zehn Jahre alt war zog er mir meine Milchbackenzähne, weil sie einfach nicht ausfallen wollten und auch wenn ich jetzt einige Kilometer außerhalb der Kleinstadt wohne, würde ich niemals eine andere Praxis aufsuchen.

Wenn ich an meinen Zahnarzt denke, stelle ich ihn mir immer auf einer großen Jacht über das Mittelmeer schippernd vor. Das mag an der weißen Kleidung liegen, die mich immer an einen Kapitän erinnert, vielleicht aber auch an den Zahnarzt-weißen Zähnen und der Brille mit dem schmalen Goldrand.

Mein Zahnarzt musste bei mir niemals bohren. Niemand kennt meine Zähne und ihre Geschichte vom ersten ausgefallenen Milchzahn bis zum fertigen Erwachsenengebiss so genau.

Heute, als ich darüber nachdachte, wann ich meinen nächsten Vorsorgetermin mache, kam mir ein erschreckender Gedanke: Was tue ich bloß, wenn mein Zahnarzt irgendwann in Rente geht?

2 Antworten zu “„Der Bohrer, Käpt’n…“”

  1. tobi sagte

    So geht und ging es mir bei meinem Frisör. Ich war auch nie bei einer anderen. Und jetzt bin ich umgezogen und der Frisör 60 km weit weg.

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