Glückskind
2 Februar , 2009
Es gibt so Tage, an denen geht alles schief. Morgens beim Aufstehen stößt man sich den Zeh am Bett, weil es so dunkel ist, anschließend geht die Deckenleuchte von selbst an – was sie von Zeit zu Zeit schon mal tut, jedoch nie zur richtigen Zeit, der Bus fährt einem vor der Nase weg, und dann wird das Portemonaie geklaut.
So ein Tag war der Diesntag vor einigen Wochen jedoch nicht – im Gegenteil. Eigentlich war alles perfekt gelaufen: Meine Fahrgemeinschaft stand pünktlich am vereinbarten Treffpunkt, trotz der gähnenden Frühe hatte ich ein geöffnetes Bäckereifachgeschäft gefunden um mein Frühstück zu besorgen und auf der Autobahn gab es auch keinen Stau.
Eigentlich sehe ich den meisten Prüfungen gelassen entgegen. Wenn ich weiß, dass ich etwas beherrsche muss ich mich nicht sorgen, und wenn ich es nicht beherrsche, weiß ich, dass ich selbst Schuld bin, weil ich zu faul war. Nichtsdestotrotz hatte ich ein mulmiges Gefühl, immerhin ging es an diesem Tag nicht um irgendeine Prüfung, sondern um meinen ersten richtigen Berufsabschluss überhaupt.Erleichterung verschaffte mir jedoch die Tatsache, dass mein Prüfer ein ziemlich cooler Dude zu sein schien „Machen se sisch mal kein Stress!“.
Ungestresst und unter den zwischenzeitlichen Erzählungen des Prüfers darüber, dass die Branche ja nicht besser wird, und es überhaupt zu viele Fachfremde gebe, die einfach so Agenturen aus dem Boden stampfen dürften und damit den ganzen Markt kaputt machen, schmiss ich lockerleicht Schneeflocken und Sonnenstrahlen, Bilder Texte und Tabellen auf mein Layout um die geforderten drei Doppelseiten zu gestalten.
Nach einer weiteren kleineren Aufgabe und insgesamt etwas mehr als sechs Stunden war die Prüfung geschafft, der Prüfer zufrieden und ich sehr erleichtert darüber endlich alles hinter mir zu haben.
Es gibt Tage an denen geht alles gut – bis auf den Moment in dem die Katastrophe passiert und der gesamte Rechner sich unter großen Schmerzen und lautem Schreien auf dem Boden krümmt. In solchen Situationen ist die IT-Abteilung unseres Hauses meine letzte Hoffnung. In mühevoller Kleinstarbeit gelang es ihnen auch meinen Freund und Arbeitspartner wieder herzustellen, aber auf der Strecke geblieben war mein Prüfungsstück.
IT: „Du hast alles Lokal gespeichert?!“
Ich: „Naja, der Server ist ja so langsam und da…“
IT: „Öhm, du weißt, dass das sehr schlecht ist?!“
Ich: „Ihr kriegt das doch wieder hin, oder?!“
-Stille-
Dieser kleine Dialog lässt erahnen: Was auch immer Tatort, CSI und Konsorten euch haben glauben machen – es gibt Daten, die noch nicht mal Kommissar Rex zurückholen könnte, beispielsweise Prüfungsarbeiten, die bei Computerabstürzen im Datennirvana verschwunden sind.
Doch bevor ihr euch nicht mehr traut weiterzulesen, wie mein vorletzter Blogeintrag bereits erahnen ließ, gab es natürlich ein Happy End. Anhand der geretteten Original-PDF-Daten musste ich die Prüfung noch einmal exakt wiederherstellen – Ente gut alles gut. Gekostet hat es also zum Glück nur Arbeitszeit und Nerven. Gelernt habe ich daraus eines: Auf lokalen Laufwerken sichern = kein Backup durch die IT = Böse, auf dem Server Speichern = Backup durch die IT = Lieb. Auch wenn mich das Pech öfter verfolgt, meistens bin ich eben doch ein Glückskind.
Was war… – Eine Einleitung
2 Februar , 2009
Es tut mir Leid, es tut mir Leid! Die Bleilaus hat sich in den letzten Wochen etwas rar gemacht, was allerdings weniger daran lag, dass nichts passiert wäre, alsdass einfach so vieles passiert ist, was ich einfach nicht in Worte fassen konnte.
Lebhaft zu berichten wie es dazu kam, dass ich unserem Betriebsarzt nicht mehr so recht vertraue, wie ich unfreiwillig Zeugin einer Penis-Tätowierung wurde und warum mir die Gesundheitsministerin auf der von einer Perücke tragenden Praktikantin moderierten Pressekonferenz die Hand schüttelte – das braucht Anlauf!
Doch zunächst einmal danke für eure Glückwünsche zur bestandenen Prüfung, die beinahe in einer Katastrophe geändert hätte…
Fortsetzung folgt…