Aufgeschnappt

28 April , 2009

„Wo der Deutsche nur eine Baustelle sieht, sieht der Franzose einen ganzen Haufen von Argumenten.“

-Frontal 21 am 28.04.09 -

Adobe (arab.-span.) der; -, -s: luftgetrockneter Lehmziegel

Und ich dachte immer, das wäre eine Software-Firma…

Made in Germany

24 April , 2009

„Früher gab es noch richtige Qualitätsarbeit.“, meint nicht nur meine Oma, die eine knapp sechzig Jahre alte Küchenmaschine von Bosch besitzt. Bosch ist mittlerweile ja hauptsächlich für seine Bohrer bekannt – geübt haben sie für diesen Ruf wohl damals schon.

Die Küchenmaschine meiner Oma kann nicht nur raspeln, schneiden und pürieren, sondern ist gleichzeitig auch als Bohrmaschine einsetzbar. Da meine Oma das Bohren aber lieber meinem Vater überlässt, bereitet sie mit ihrem orangen Plastikkasten hauptsächlich Kartoffeln für ihre legendären Reibekuchen vor.

Omas Reibekuchen sind sogar in Amerika und Australien bekannt, wo ihre Cousine und ihr Cousin leben, die meine Oma „Tante Lotti“ nennen – meine Ur-Groß-Cousine mit wunderbarem amerikanischem Akzent, was dann wie „Taaante Loddi“ klingt.

„Taaante Loddi“, sagte meine Ur-Groß-Cousine letztlich noch auf der Beerdigung meines Großonkels, „bei dir gab es immer leckeres Essen, und wenn es nur diese Kartoffel-Pancakes waren. “ Dass die „Kartoffel-Pancakes“ noch immer mit der gleichen Küchenmaschine gemacht werden, würde sie wohl ernsthaft erstaunen, zumal ich meiner Oma noch vor einigen Monaten dazu geraten hatte sich eine neue zu kaufen. „Oma, die Kabel liegen blank, du solltest die Maschine wirklich nicht mehr benutzen!“ (Meine Oma neigt manchmal zu Leichtsinn, was an ihrem Alter liegen mag, oder an ihrem, durch meine Mutter diagnostiziertem, ADS-Syndrom.)

Auf dem Weg zur Mülltonne war meiner Oma jedoch ihr kauziger russischer Nachbar begegnet, der eine Art Hobbywerkstatt in seiner Garage eingerichtet hat, in der er im Sommer eigentlich den ganzen Tag verbringt. „Oma, giebst du mirrr Maschine, isch schaue mirrr aan.“, hatte er zu meiner Oma gesagt und war mit der Maschine in die Garage verschwunden.

So kam es, dass Omas Küchenmaschine nun in frischem Glanz mit neuem Kabel in ihrer kleinen Wohnung steht. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann raspeln sie noch heute Kartoffeln für die guten, saftigen und braungoldenen Reibekuchen, die noch dampfend mit Apfelmus bestrichen verspeist werden.

The Number of the Beast

19 April , 2009

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Onkel Rudi

19 April , 2009

Mein Onkel Rudi, der Schwager meiner Oma, war schon seit ich ihn kenne der coolste Großonkel, den man so haben kann. Meiner Oma war er oft extrem peinlich.

Mit achtzig ist er noch gern mal in der Disco neben seinem Haus das Tanzbein schwingen gegangen, sein Schnapskeller war immer gut gefüllt und unter meinen beiden ältesten Brüdern legendär. Ich werde niemals den Tag vergessen, als sich meine Oma bei mir darüber beschwerte, dass sie mit Rudi in der Altentagesstätte war, auf einer Karnevalsfeier, bei der mein Großonkel irgendwann laut über einen Auftritt der Tanzmariechen vernehmen ließ: „Wann ziehen die sich denn endlich aus?!“.

Auch meine Mutter zuckte bei so manchem seiner Sprüche vernehmbar mit der Augenbraue. Wir Kinder konnten von seiner albernen und ausgeflippten Art aber nicht genug bekommen, und freuten uns immer auf Geburtstage und Familienfeiern, auf denen er oft zum Leidwesen der Verwandtschaft, im Mittelpunkt stand.

Letzte Woche hat Onkel Rudi zum letzten Mal die Augen zu gemacht. Im durchaus stolzen Alter von 84 Jahren hat er Disco, Schnapskeller (Der ihm in den letzten Jahren von seiner Lebensgefährtin verboten war ;) ) und Tanzmariechen hinter sich gelassen. Am Montag werden wir die lange Reise ins hinterwestfälischste Westfalenland aufnehmen um ihn auf seinem letzten Weg zu begleiten. Ich verabschiede mich mit einem: „Prost, Onkel Rudi! Wir werden dich vermissen!“

… die mich wirklich tierisch aufregt. Besonders an meinem Arbeitsplatz. Jeder Penner, der in InDesign ein Textfeld aufziehen – oder noch besser– Power Point bedienen kann, hält sich für den Designer vor dem Herren. Da muss ich mir hier von Mitarbeitern sagen lassen: „Meine Kollegen, Flyer in der Grafik machen lassen?! Nee, die machen die lieber selbst.“ Ein Professor erklärt mir am Telefon, auf meinen Hinweis, dass Flyer in der Grafik gestaltet werden sollen und nicht von den Professoren selbst: „Nein nein, das soll ich machen. Ich wollte nur fragen, ob sie mir eine Vorlage schicken könnten!“ und zu guter Letzt erläutert mir ein Kunde, der mir ein total undruckbares Power Point Dokument vorlegt, er könne ja nicht mit InDesign produzieren, weil das Institut die Lizenz nicht kaufen wolle.

In den lezten Tagen kommt meine Augenbraue aus dem Zucken gar nicht mehr heraus und meine Zehennägel haben sich beim Anblick dillettantischer „Grafikarbeiten“ so hoch gerollt, dass ich befürchte im Sommer aus ästhetischen Gründen keine Sandalen mehr tragen zu können (Nicht, dass ich welche trüge, aber wenn ich welche tragen wollen würde…).

Der Reizpunkt dieser Gespräche ist im allgemeinen die Selbstverständlichkeit mit der jeder Hinz und Kunz es für gegeben hält, dass wir Vorlagen herausgeben und fehlerhaften Vorlagen (möglichst natürlich kostenlos) korrigieren, ganz zu schweigen von der irrigen Einbildung „Jeder kann designen“. Die Arroganz in letzterem Punkt, besonders von Doktoren und Professoren, die sich bei uns fast grundsätzlich für allmächtig und die Erfinder des Universums halten, macht mich oft so rasend, dass es mir schwer fällt meine manchmal etwas spitze Zunge im Zaum zu halten. In Momenten in denen ich sieben Flyer überarbeiten muss, weil ein Institutsleiter sich zu fein war mit der Grafik die Einhaltung des Corporate Designs (CD) abzustimmen, und eine nicht dem CD entsprechende Vorlage an seine Mitarbeiter weiter gereicht hat, kriege ich Angst vor mir selbst.

Es gibt viele Gründe, warum Mediengestalter eine, in der Regel dreijährige, Ausbildung absolvieren. Ich möchte nicht behaupten, dass nicht auch Laien gute Ideen für Gestaltungen haben können. Dennoch gehört ein professioneller Auftritt in professionelle Hände. Wer würde sich schon einem Freund zur OP anvertrauen, der sich Operationsbesteck gekauft und alles über Blinddarmoperationen gelesen hat?

Eines habe ich jedenfalls beschlossen. Bevor ich meinen Arbeitsplatz Ende Juli verlasse, werde ich mal bei den Chemikern anrufen. Ich werde sie fragen, ob sie mr ein paar Reagenzgläser und Chemikalien leihen könnten, und ob sie nicht mal vorbeikommen könnten um die Richtigkeit meines Versuchsaufbaus zu überprüfen. Auf ihre Reaktion bin ich jetzt schon gespannt.

Aufgeschnappt

14 April , 2009

„Sex im Auto:  Zwei Tote.“

- Titelschlagzeile der heutigen Bildzeitung -

Festgestellt

8 April , 2009

Gebratene  Nudeln aufgewärmt sind super. Aufgewärmte Frühlingsrollen dagegen eher nicht.

Die Olle

8 April , 2009

Gestern, auf dem Weg zur Kantine fiel mir auf, dass ich bisher wenig bis fast gar nicht von der Ollen berichtet habe, und das, obwohl sie uns tagtäglich mit allerlei Ausrufen und Erzählungen erheitert. Unvergessen ist mir der Tag, an dem die Olle aus heiterem Himmel im Büro laut „Oh Nein!“ rief, woraufhin wir uns allarmiert umdrehten:

Wir: „Was ist denn los?“
Die Olle: „Ich hab die zweite Phase von meinem Lippenstift vergessen!“

Gestern bereicherte sie meinen Tag mit der Ankündigung: „Heute werde ich mich bei Maybelline beschweren! Der „Super Stay Lip Gloss“ hält nicht annähernd so lang wie der Lippenstift!“

Haben wir nicht alle unsere kleinen Eigenheiten?! ;)

… warum guter Geschmack oft so teuer ist.