Saure-Gurken-Zeit
26 Juni , 2009
Ich bin urlaubsreif, ganz eindeutig! Langsam schleppen sich die Vormittage dahin, und die Nachmittage vergehen noch langsamer. Ich zähle die verbleibenden Tage bis ich meinen Dienst hier quittiere und in das wohlverdiente Studentenleben wechsle, und betrüge mich dabei selbst, indem ich die aktuelle Woche einfach nicht mitzähle.
Draußen scheint die Sonne, 24 Grad. Viel zu warm, und erst recht viel zu warm um zu arbeiten. Hier drin herrscht Stille. Die Raucher verschwinden noch öfter zum Rauchen, die Kollegen ohne Abhängigkeit von einer Fahrgemeinschaft machen früh Feierabend, die Telefone stehen still. Urlaubszeit. Saure-Gurken-Zeit wie Journalisten zu sagen pflegen. Die wenigen Aufträge tröpfeln in kleinen Rinnsalen herein und ziehen sich wie weichgewordener Kaugummi in der Nachmittagssonne.
Die letzen Arbeitstage: Ich nehme sie durch eine dicke graue Wolke von Müdigkeit und Trägheit wahr. Noch vier einhalb Wochen (natürlich ohne diese). Ich denke an meinen bevorstehenden Urlaub. Träume von Pools, von Sand und Meer, von Wandertouren mit meiner Freundin Kath und von einer Leere, die hellblau und frisch ist und sich nicht wie eine durchgeschwitzte Winterdecke an einem viel zu warmen Sommermorgen anfühlt.
Zweisam Gemeinsam
19 Juni , 2009
Nach zwei Jahren gemeinsamen wohnens haben der Mann und ich nun unsere erste wirklich gemeinsame Anschaffung getätigt. Eine elektrische Zahnbürste – wie romantisch!
Es ist schon auffällig wie sehr man in einer langjährigen Beziehung die Eigenarten des anderen annimmt. Habe ich früher noch heimlich darüber gelästert, dass der Mann vor jedem Neukauf von irgendetwas erst einmal stundenlang das Internet bemühte um akribisch zu überprüfen ob das Gerät der Wahl auch wirklich das Beste, Günstigste und Empfehlenswerteste ist, so verbrachten wir heute unsere Mittagspause damit, miteinander telefonierend, sämtliche Zahnbürstenbewertungen eines großen Einkaufsportals eingehend zu studieren um die Zahnbürste der Zahnbürsten zu finden. Der Mann und ich, wissenschaftlich geprägt, setzten dabei auf klare Argumente und eindeutige Beweisführung:
Der Mann: „Sollten wir nicht die „Superbrush 2000″ nehmen? Die hat 57 Bewertungen, auch wenn sie teurer ist als die „Blitzblank 100″.“
Ich: „Na ich weiß nicht, die „Blitzblank 100″ hat zwar nur 27 Bewertungen, dafür sind die aber alle sehr gut und bei der „Superbrush 2000″ gab’s auch ein paar Unzufriedene.“
Der Mann: „Ja, aber das war nur wegen dem Akku, und ich weiß ja warum der bei denen so schnell kaputt gegangen ist. Man darf die Bürste halt nicht jeden Tag aufladen!“
Ich: „Aber in der Bewertung der „Blitzblank 100″ steht, dass sie vollkommen ausreichen würde, und dass der Hersteller sagt, dass man sie ohne Probleme jeden Tag laden kann!“
Der Mann: „Ja, was die Hersteller immer sagen! Lass uns die Superbrush nehmen, die ist bestimmt leiser.“
Ich: „Na gut, das ist ein Argument. Kunde Bert Huber schreibt hier nämlich zur Blitzblank „… nur dass sie so laut ist, das Leute im Nebenzimmer denken könnten, man Bohre gerade Löcher in die Wände.“
Der Mann: „Siehst du! außerdem fand ich die schon immer gut…“
Na ja, solang er nichtauf die Idee kommt, dass man das Design noch mit LED’s aufmotzen könnte…
Kinder wie die Zeit vergeht…
5 Juni , 2009
Ein extremst ereignisreicher Mai liegt hinter und ein ereignisreicher Juni vor mir. Die Zeit scheint zu rasen. 150 Würstchen, 1,5 KG Nudelsalat und zehn Liter Kartoffelsuppe wurden auf meiner Geburtstagsparty letzten Monat ordnungsgemäß entsorgt und ehe ich mich versehe werden wohl auch die letzten beiden übrig gebliebenen einsamen Bierkästen Ende Juli auf einer „Work’s out“-Party in die ewigen Jagdgründe eingehen.
Das WGT (Wave Gotik Treffen) brachte neben der Erkenntnis, dass es sich wegen berufstauber Tontechniker nicht lohnt Konzerte unbekannter Bands auf Festivals zu schauen („Frag mich: „Welche Musik macht XY?“ Ich sage dir bei den Soundeinstellungen: „Sie spielen Bass und Schlagzeug!“.) auch neue Informationen darüber wie viele Gruftis in eine Leipziger Straßenbahn passen und wie man Vampire erkennt (Wen das interessiert dem kann ich Marc Bennecke sehr ans Herz legen!).
Bevor es wieder aufgeht in das nächste Wochenendabenteuer, mit der Hoffnung meinen Schlafmangel irgendwann wieder ausgleichen zu können, möchte ich euch eins noch ans Herz legen:
Geht Sonntag wählen!
Die Bleilaus findet: Wer nicht wählen geht darf sich auch nicht beschweren, so!