Saure-Gurken-Zeit

26 Juni , 2009

Ich bin urlaubsreif, ganz eindeutig! Langsam schleppen sich die Vormittage dahin, und die Nachmittage vergehen noch langsamer. Ich zähle die verbleibenden Tage bis ich meinen Dienst hier quittiere und in das wohlverdiente Studentenleben wechsle, und betrüge mich dabei selbst, indem ich die aktuelle Woche einfach nicht mitzähle.

Draußen scheint die Sonne, 24 Grad. Viel zu warm, und erst recht viel zu warm um zu arbeiten. Hier drin herrscht Stille. Die Raucher verschwinden noch öfter zum Rauchen, die Kollegen ohne Abhängigkeit von einer Fahrgemeinschaft machen früh Feierabend, die Telefone stehen still. Urlaubszeit. Saure-Gurken-Zeit wie Journalisten zu sagen pflegen. Die wenigen Aufträge tröpfeln in kleinen Rinnsalen herein und ziehen sich wie weichgewordener Kaugummi in der Nachmittagssonne.

Die letzen Arbeitstage: Ich nehme sie durch eine dicke graue Wolke von Müdigkeit und Trägheit wahr. Noch vier einhalb Wochen (natürlich ohne diese). Ich denke an meinen bevorstehenden Urlaub. Träume von Pools, von Sand und Meer, von Wandertouren mit meiner Freundin Kath und von einer Leere, die hellblau und frisch ist und sich nicht wie eine durchgeschwitzte Winterdecke an einem viel zu warmen Sommermorgen anfühlt.

Eine Antwort zu “Saure-Gurken-Zeit”

  1. Olivia sagte

    Für einige Menschen ist Licht am Ende des Tunnels.. 5 Wochen ist eine absehbare Zeit… andere Menschen.. müssen noch 40 Jahre arbeiten, vorausgesetzt der Minderstrentenbeitrittsalter steigt nicht schon wieder.

    Trotzdem, es ist viel zu Warm zum arbeiten, ich guck aus dem Fenster, und meine innere Stimme will raus.. sie schreit förmlich… nach Frischluft und Sonne….

    Gruß
    Olivia

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