Sportskanone

28 August , 2009

„Du, warst du früher auch mal sportlich?“, hat mich mein zweitjüngster Bruder (11) gestern gefragt.

Ich war ein bisschen empört. Ok, ich habe den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden, nächste Woche geh ich wieder trainieren. Bestimmt…

Selbstorganisation ist gar nicht so einfach. Warum sollte man um neun Uhr aufstehen, wenn man gar nicht muss? Und warum sollte man, wenn man sich dann um zehn Uhr nach eingehender Selbstermahnung (Mich erinnert das immer an Pippi Langstrumpf, die sich abends selbst ins Bett schickt.), ohne Frühstückstee ins Fitnessstudio schlurfen, wenn man noch den ganzen Tag dazu Zeit hat?

Eine Möglichkeit sich zu organisieren, wären natürlich Tagespläne, aber niemand kontrolliert ja, ob man Donnerstag auch wirklich das Bad geputzt und die Wäsche gewaschen hat… Ich persönlich glaube ja, das ist der letzte Schritt zum Erwachsenendasein, den inneren Schweinehund vergiften. Leider fällt mir spontan kein Erwachsener ein, der das ohne äußere Zwänge (Arbeit, Kinder, Abgabetermine etc.) geschafft hätte. Deshalb kann ich auch niemanden fragen.

Ich glaube, dass viele meiner Freunde jetzt sagen würden, dass sie das sehr wohl geschafft haben, auch ohne oben erwähnte Umstände. Aber, dass niemand von denen das Putzen des Bads schon mal auf den nächsten Tag verschiebt, das glaub ich nicht wirklich…

Festgestellt

25 August , 2009

Mein CD/DVD-Laufwerk riecht wenn es sich öffnet nach Curry…

Ein schöner Zeitvertreib

25 August , 2009

Der Mann und ich sind auf der Suche nach der perfekten Wohnung. Es muss die perfekte Wohnung sein, weil nichts Anderes einen erneuten, riesigen Umzug mit aufwändiger Auszugsrenovierung und anschließender Massenbehandlung beim Chiropraktiker rechtfertigen würde.

Also wird ein Teil unserer freien Abende nun wieder mit Wohnungsbesichtigungen gefüllt. Da wir aber nicht nur ein junges, solventes Pärchen, sondern auch noch verdammt neugierig sind, schauen wir uns hin und wieder auch mal eine Wohnung an, von der wir von Anfang an wissen, dass sie uns vermutlich zu klein und zu verbaut ist, oder dass wir sie nicht nehmen werden, weil wir Courtage für Abzocke halten (Wer mir das Gegenteil beweisen kann möge sich an dieser Stelle herzlich dazu eingeladen fühlen – no hard feelings). „So bleiben wir zumindest in Übung, was das Wohnungen Anschauen und Bewerten angeht.“, sagt der Mann dazu.

Gestern morgen, als ich im Halbschlaf die neuesten Anzeigen durchstöberte, kam mir die Idee, dass man die Ganze Wohnungssuchsache noch ein bisschen interessanter gestalten könnte. Ein Immo-Rollenspiel. Was würde der Immobilienmakler wohl tun, wenn Frau einen Streit darüber inszenieren würde, dass der Mann der jetzigen Mieterin angeblich auf den Hintern schaue? Bei der abendlichen Tagesbesprechung hatte der Mann sogar noch bessere Ideen: „Ich könnte die ganze Zeit nörgeln, und wenn ich in einen anderen Raum gehe sagst du einfach: „Er ist immer so, aber dafür ist er eine Granate im Bett!“, und lieferst eine Vollbeschreibung.“

Schade, dass der Mann und ich engagierte Mütter hatten, die uns Anstand und Höflichkeit beigebracht haben, ansonsten wäre die Welt wahrscheinlich um einiges lustiger…

Ferien…

16 August , 2009

„Du wirst dich noch nach der Schule sehnen!“, pflegte mein Herr Papa immer an Tagen zu sagen, an denen ich mürrisch und übermüdet-komatisch von einem acht- oder neunstündigen Schultag in die heimischen vier Wände zurückkehrte, um dort meinen Rücken von den ergonomisch für langes Sitzen eher ungeeigneten Stühlen zu entspannen. Zurückgesehnt nach der Schule habe ich mich in den letzten drei Jahren kein einziges Mal. Zugegeben, zweieinhalb davon habe ich ja auch einmal die Woche noch Berufsschulunterricht gefröhnt – aber das zählt ja nicht so wirklich.

Was ich vermisst habe, das waren die Sommerferien. Sechs Wochen lang nichts tun, entspannen, rumhängen. Ich habe jetzt seit drei Wochen frei. Richtig „urlaubsmäßig“ fühle ich mich aber eigentlich erst seit heute. Ob das zum Erwachsensein dazu gehört, dass man eine „Urlaubsanlaufphase“ braucht? Ich fühle mich aber auch träge, unausgeschlafen und ein kleines bisschen orientierungslos. Wenn man mal gearbeitet hat verlieren die Ferien ihre Unschuld, besonders, wenn man weiß, dass diese Ferien eigentlich offiziell „Arbeitslosigkeit“ heißen.

Noch zwei Wochen, dann bin ich Studentin. Dann habe ich Semesterferien, drei Monate am Stück. Vielleicht kann ich diese dann wieder mehr genießen. Die Schule werde ich dann wohl immer noch nicht vermissen, aber wahrscheinlich auch die Sommerferien nicht mehr.