Ferien…

16 August , 2009

„Du wirst dich noch nach der Schule sehnen!“, pflegte mein Herr Papa immer an Tagen zu sagen, an denen ich mürrisch und übermüdet-komatisch von einem acht- oder neunstündigen Schultag in die heimischen vier Wände zurückkehrte, um dort meinen Rücken von den ergonomisch für langes Sitzen eher ungeeigneten Stühlen zu entspannen. Zurückgesehnt nach der Schule habe ich mich in den letzten drei Jahren kein einziges Mal. Zugegeben, zweieinhalb davon habe ich ja auch einmal die Woche noch Berufsschulunterricht gefröhnt – aber das zählt ja nicht so wirklich.

Was ich vermisst habe, das waren die Sommerferien. Sechs Wochen lang nichts tun, entspannen, rumhängen. Ich habe jetzt seit drei Wochen frei. Richtig „urlaubsmäßig“ fühle ich mich aber eigentlich erst seit heute. Ob das zum Erwachsensein dazu gehört, dass man eine „Urlaubsanlaufphase“ braucht? Ich fühle mich aber auch träge, unausgeschlafen und ein kleines bisschen orientierungslos. Wenn man mal gearbeitet hat verlieren die Ferien ihre Unschuld, besonders, wenn man weiß, dass diese Ferien eigentlich offiziell „Arbeitslosigkeit“ heißen.

Noch zwei Wochen, dann bin ich Studentin. Dann habe ich Semesterferien, drei Monate am Stück. Vielleicht kann ich diese dann wieder mehr genießen. Die Schule werde ich dann wohl immer noch nicht vermissen, aber wahrscheinlich auch die Sommerferien nicht mehr.

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