Wen wählen?
23 September , 2009
Meine Freundin A. geht dieses Jahr zum ersten Mal wählen – im Alter von 26 Jahren. Besser spät als nie! Ich bin immer wieder schockiert darüber wie viele Leute von ihrem Wahlrecht nicht Gebrauch machen. Wenn es in der Kneipe nebenan Freibier gibt würde doch auch niemand sagen: „Och nö, da geh ich nicht hin!“. Man könnte auch den typischen Mama-Essens-Spruch auch umformulieren: „Die Kinder in anderen Ländern wären froh, wenn sie wählen gehen dürften!“ – und das ist so wahr…
Fakt ist, was viele nicht wissen, wer nicht wählt, wählt halt eben doch, nur, dass er nicht bestimmen kann wen. Die Stimmen der Nichtwähler werden nämlich prozentual auf die Parteien verteilt, die in den Bundestag einziehen. Jetzt könnte man sagen: „Was soll’s? Ändert das Ergebnis ja nicht.“. Ja ja, das ist schon richtig, aaaaber nehmen wir mal an der Nichtwähler würde sich eigentlich durch eine kleine Partei besser vertreten fühlen, als durch die sogenannten „Major-Player“, diese scheitert aber an der fünf Prozent Hürde – Dann wäre seine Stimme evtl. entscheidend gewesen um die Hürde zu schaffen. Nichtwählen bedeutet somit also auch häufig weniger Vielfalt im Bundestag und damit auch wenig Ansporn für die großen, sich wirklich anzustrengen.
Wer also von seiner Stimme Gebrauch machen möchte, aber weder blind wählen, noch alle Programme detailliert lesen möchte, dem sei der „Wahl-O-Mat“ der Bundeszentrale für politische Bildung ans Herz gelegt. Hier wird der eigene Standpunkt zu politischen Thesen abgefragt, und anschließend mit den Antworten der Parteien verglichen.
Die Kandidaten kann man außerdem auch bei „abgeordnetenwatch.de“ unter die Lupe nehmen. Neben allgemeinen Informationen rund um die Wahlen bietet das Portal die Möglichkeit online Fragen an die Kandidaten zu stellen, die diese auf abgeordnetenwatch beantworten. Im Kandidatencheck kann außerdem die Übereinstimmung mit den politischen Interessen des zur Wahl stehenden getestet werden.
Wie Deutschland unter der Regierung einer jeweiligen Partei aussehen könnte, kann man in der Wahlsoap „Zeit der Entscheidung“ von Spiegel-Online sehen. Nach jeder Folge wird gewählt, wie es weiter geht ist abhängig vom jeweiligen Wahlausgang.
Wählen ist also nicht nur wichtig, das „Schlau-Machen“ vor der Wahl kann sogar auch richtig spaßig sein!
Oude Stad
15 September , 2009
Viel hab ich ja bisher noch nicht erzählt, von meinem Studium im „Ausland“, in einer mittelgroßen, sehr schönen und alten Stadt. Das will ich nun aber ein wenig nachholen. Nennen wir das Städtchen einfach mal „Oude Stad“. Das ist niederländisch, bedeutet „Alte Stadt“ und passt deswegen ganz hervorragend.
Oude Stad besticht durch viele sehr, extrem alte Gebäude in typischem niederländischen Baustil, eine begehbare Stadtmauer und einer recht namhaften Universität. Meine Fakultät ist umgeben von Sex- und Coffeeshops, von Tattoo-, Piercing- und Gruftiläden und kleinen Indienlädchen, die nach Räucherstäbchen duften. Ihr Prunkstück ist der Spiegelsaal, der wohl schönste Unterrichtsraum, den ich jemals gesehen habe. Die Wände sind von oben bis unten kunstvoll mit Stuck verziert, und der Boden natürlich mit Parkett ausgelegt – leider haben wir darin noch nie Unterricht gehabt. Doch auch dem Rest der Uni sieht man seinen historischen Wert an, liebevoll restauriert und teilweise mit neueren Elementen, architektonisch geschickt ergänzt.
In den letzten zwei Wochen hat Oude Stad mein Herz erobert, und das liegt nicht nur an den niederländischen Supermärkten und der schönen Architektur, sondern auch an der niederländischen Lebensweise an sich, die mir durch die Grenznähe zwar von Kindheit an vertraut ist, nun aber wieder bewusster wird. Es ist wirklich erstaunlich, wie wenig und doch so viel anders manche Dinge ein paar Kilometer weiter sein können.
Ich denke, dass die Niederländer viel offener und herzlicher sind als die Deutschen. Das merkt man schon an der Sprache, in der ein „Sie“ zwar existiert, im alltäglichen Gebrauch jedoch nicht häufig vorkommt. Als großer Fan von allem Frittierten komme ich auf die Dauer natürlich auch um die „niederländische Küche“ nicht herum, obwohl man die hier in der Grenzregion natürlich auch in Deutschland genießen kann.
Es gibt noch eine ganze Reihe Dinge, die mir in Oude Stad immer wieder positiv auffallen. Das Wichtigste ist für mich aber, dass ich mich hier studientechnisch gut betreut und recht wohl fühle. Und vielleicht bleibe ich deswegen auch für den Master…
Taubendreck
14 September , 2009
Tauben mögen ja die Boten des Friedens und der Liebe sein – für mich sind sie gurrende Scheißmaschinen. Innenstadtbewohner von großen Städten werden mir recht geben: Tauben nerven. Bei mir persönlich fängt das schon damit an, dass ich das Taubengurren mit dem morgendlichen Aufstehen verbinde – keine gute Assoziation. Morgens sitzen die Tauben von Rock City nämlich gerne versammelt auf dem Fensterbrett unseres Badezimmers und gurren mir die Ohren zu.
Tagsüber beschäftigen sich die Biester damit, unseren kleinen Balkon vollzukacken. Deswegen haben wir jetzt das Zeichen der Wehrhaften installiert: einen großen schwarzen Plastikraben. Wir waren dabei allerdings nicht so dezent wie die meisten Rock-Citier, die ein kleines, sitzendes Exemplar auf ihrem Balkon bevorzugen, nein, wir sind in die Vollen gegangen und haben einen großen Raben mit ausgebreiteten, pechschwarzen Schwingen installiert. Sieht auch besser aus!
Die erste Zeit waren wir auch recht überzeugt davon, dass es funktioniert. Da der Mann allerdings keine Lust hatte den Balkon zu putzen, und es auch recht trocken war, konnten wir nur vermuten, das keine neuen Taubenhinterlassenschaften hinzugekommen waren. Da es aber auch irgendwann mal regnet, und der Mann auch nicht immer auf einem schmutzigen Balkon rauchen wollte (Ja, er tut es immer noch!), hat der Balkon dann doch noch mal frischen Glanz bekommen.
Eine eindeutige Aussage, was die „Ratten der Lüfte“ von unserem neuen Balkon-Mitbewohner halten, gab es dann auch schon am nächsten Tag: einen dicken Tauben-Flatschen wirklich mitten auf den Balkon-Fliesen unterstützt durch Protest-Gurren vor dem Badezimmerfenster. Ein eindeutiges Statement, wenn ihr mich fragt. Der Mann und ich machen uns nun Gedanken über eine Raben-Armee um unseren klinen Balkon zu beschützen – denn auf den Tag an dem eine Taube unserem Raben einfach auf den Kopf scheißt, wollen wir nicht warten.
Wartungsarbeiten
3 September , 2009
Statt einen Artikel zu schreiben, habe ich heute mal ein bisschen rumgeschraubt. Ich habe mal den Wust an Kategorien sortiert. Dieser Aktion ist auch der ein oder andere Artikel zum Opfer gefallen, allerdings fällt das wahrscheinlich eh niemandem auf
Dieser Tage gibt es dann aber wieder was Neues zu Lesen