Made in Germany
24 April , 2009
„Früher gab es noch richtige Qualitätsarbeit.“, meint nicht nur meine Oma, die eine knapp sechzig Jahre alte Küchenmaschine von Bosch besitzt. Bosch ist mittlerweile ja hauptsächlich für seine Bohrer bekannt – geübt haben sie für diesen Ruf wohl damals schon.
Die Küchenmaschine meiner Oma kann nicht nur raspeln, schneiden und pürieren, sondern ist gleichzeitig auch als Bohrmaschine einsetzbar. Da meine Oma das Bohren aber lieber meinem Vater überlässt, bereitet sie mit ihrem orangen Plastikkasten hauptsächlich Kartoffeln für ihre legendären Reibekuchen vor.
Omas Reibekuchen sind sogar in Amerika und Australien bekannt, wo ihre Cousine und ihr Cousin leben, die meine Oma „Tante Lotti“ nennen – meine Ur-Groß-Cousine mit wunderbarem amerikanischem Akzent, was dann wie „Taaante Loddi“ klingt.
„Taaante Loddi“, sagte meine Ur-Groß-Cousine letztlich noch auf der Beerdigung meines Großonkels, „bei dir gab es immer leckeres Essen, und wenn es nur diese Kartoffel-Pancakes waren. “ Dass die „Kartoffel-Pancakes“ noch immer mit der gleichen Küchenmaschine gemacht werden, würde sie wohl ernsthaft erstaunen, zumal ich meiner Oma noch vor einigen Monaten dazu geraten hatte sich eine neue zu kaufen. „Oma, die Kabel liegen blank, du solltest die Maschine wirklich nicht mehr benutzen!“ (Meine Oma neigt manchmal zu Leichtsinn, was an ihrem Alter liegen mag, oder an ihrem, durch meine Mutter diagnostiziertem, ADS-Syndrom.)
Auf dem Weg zur Mülltonne war meiner Oma jedoch ihr kauziger russischer Nachbar begegnet, der eine Art Hobbywerkstatt in seiner Garage eingerichtet hat, in der er im Sommer eigentlich den ganzen Tag verbringt. „Oma, giebst du mirrr Maschine, isch schaue mirrr aan.“, hatte er zu meiner Oma gesagt und war mit der Maschine in die Garage verschwunden.
So kam es, dass Omas Küchenmaschine nun in frischem Glanz mit neuem Kabel in ihrer kleinen Wohnung steht. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann raspeln sie noch heute Kartoffeln für die guten, saftigen und braungoldenen Reibekuchen, die noch dampfend mit Apfelmus bestrichen verspeist werden.
Chinesisches aus Racletteresten
1 Januar , 2009
Rezpet für 2 – 3 Personen, funktioniert natürlich auch wenn es sich nicht um Reste des gestrigen Raclettes handelt
Man nehme:
1 Beutel Reis
einen Rest Hühnerfleisch
einen Rest Schweinefleisch
ein paar Gambas
eine handvoll Champignons
eine Hand voll Paprika
1 Teelöffel Gemüsebrühe
1 Knoblauchzehe
2 Teelöffel Sojasoße
1 Prise Coriander
Sesamöl
1. Den Reis kochen, Fleisch und Garnelen im Wok mit etwas Sesamöl (geht auch mit Sonnenblumenöl) anbraten.
2. Gemüse in den Wok geben, kurz mitbraten, dann einen Löffel Gemüsebrühe und den Knoblauch hinzufügen und gut verrühren.
3. Die Sojasoße hinzufügen, gut umrühren und mit Coriander abschmecken. Den fertig gekochten Reis unterrühren. Ein paar Minuten ziehen lassen et voilà!
Guten Appetit!
Festgestellt
7 November , 2008
Es ist erstunlich wie wenig Blumenkohl-Käse-Medaillons nach Blumenkohl und Käse schmecken können…
Verlangen
22 Oktober , 2008
Immer wieder hab ich die letzten Monate heimlich in die Bäckereien gelugt, auf der Suche nach ihm. Bald, bald muss er wieder da sein. Ich konnte es gar nicht erwarten seinen leicht gebräunten Körper zu sehen, seine dunklen Rosinenaugen. Letzte Woche war er endlich da, der erste Weckmann der Saison.
Es gibt doch nichts besseres zum Frühstück. Je nach Laune kann man entscheiden, ob man ihn kurz und schmerzlos durch Enthauptung vernichtet, oder langsam und genüsslich von den Füßen angefangen verspeist. Der Weckmann aus meiner dafür bevorzugten Bäckerei hält in der Mitte außerdem ein eingebackenes Zuckerstück bereit *lechz*.
Unsere Liaison zieht sich seit meiner Kindheit jedes Jahr über den ganzen Oktober und November. Der Abschied von ihm dauert meist in den Dezember hinein. Dann heißt es warten, bis es wieder kalt und nass wird, bis er aus seinem Sommerurlaub braun gebrannt in die Regale zurückkehrt um mir den Start in den Morgen zu versüßen.
„gekochte möhren“
26 September , 2008
Möhren in Weinsoße
Man nehme (für vier Personen):
500 g Möhren
60g Butter
200 ml Wein (Marsala)
Salz und Pfeffer
Möhren schälen, waschen und in feine Streifen schneiden.
Butter in einer Pfanne zerlassen, Möhren reingeben, einige Minuten anbraten. Mit dem Wein ablöschen, salzen, bei schwacher Hitze in der geschlossenen Pfanne dünsten, bis das Gemüse weich ist.
Kurz vor dem servieren mit etwas Pfeffer würzen.
Gefunden auf: www.daskochrezept.de
Über gekochte Möhren, Eier und Tiefkühlpizza
18 August , 2008
„Zähl mir lieber auf was du isst!“ dieser Satz verfolgt mich seit meiner Kindheit, wenn ich versuche auf die Frage „Was soll ich kochen, wenn du vorbeikommst?“ zu antworten. Früher fiel die Liste der Dinge, die ich esse dann relativ kurz aus: Nudeln, Pizza. Basta. Hat die Auswahl ziemlich leicht gemacht fand ich immer.
Mittlerweile hat sich mein Essenshorizont erweitert. Ein Gourmet bin ich aber immer noch nicht. Also muss ich immer wieder erklären, dass ich gemüsetechnisch nur Rotkohl, Sauerkraut, Erbsen und Mais esse, Möhren nur roh, und man mir mit allem anderen Grünzeug bitte vom Leib bleiben soll. Ich hasse gekochtes Gemüse! Möhren werden dann weich, und so süß, dass man den Eindruck hat sie wären vor dem Kochen noch einmal in Zucker gewälzt worden. Bäh!
Aber auch mit Fleisch kann man mich nicht wirklich glücklich machen. Mein Freund nennt mich einen Hobbyvegetarier.
Das heißt: Ich esse Fleisch, aber wenig und selten, und am liebsten so, dass es möglichst wenig als Fleisch erkennbar ist.
Toll ist zum Beispiel Hackfleisch, oder auch Fleischwurst. Ein absolutes No-Go ist Braten.
Ich habe auch mal versucht Vegetarier zu sein, da war ich glaub ich zwölf. Ich kann mich noch genau an die sündhaft teuren Soja-Würstchen zur Linsensuppe erinnern, die so widerlich schmeckten, dass ich mein Vegetarierdasein am nächsten Tag aufgegeben habe. Linsensuppe ohne Würstchen! Das geht nicht!
Fast auf meiner Liste vergessen hätte ich noch Eier. Ich glaube ich habe seit ungefähr elf Jahren kein reines Ei mehr gegessen. Wie es dazu gekommen ist weiß ich nicht mehr genau. Ich glaube das ursprüngliche Schlüsselerlebnis war die Tatsache, dass ich mit zehn herausfand, dass die Eier unseres Eierbauern aus der Legebatterie kommen. Mittlerweile finde ich Eier einfach irgendwie eklig. Meine Oma versteht das bis heute nicht. Wenn ich schon mal von Zeit zu Zeit ihre Couch zum Übernachten in Anspruch nehme erwartet mich jeden Morgen ein frisch gekochtes Frühstücksei.
Mittlerweile habe ich einen dankbaren Abnehmer für alle Dinge, die ich nicht esse gefunden. Meinen Freund. Der Arme wird von mir hemmungslos vollgestopft. Hm… vielleicht bin ich doch schuld daran, dass alle Leute in meiner näheren Umgebung zunehmen. Mein Vater hat jedenfalls wieder abgenommen, seitdem ich nicht mehr zu Hause wohne…
Wie auch immer…
Nach diesen Ausführungen werde ich immer gefragt, ob ich überhaupt irgendwas esse. Zugegeben, Luft und Liebe reichen auch mal für einen Tag, aber ansonsten tue ich mich an Kohlenhydraten gütlich. Beilagen! Nudeln, Pizza (gerne auch aus der Tiefkühltruhe), Reis, Kartoffeln. Und das Ganze am liebsten mit einem leckeren Sahnesößchen!
So viel hat sich also zu Früher nicht geändert, ich bin immer noch ein leicht glücklich zu machender Essensgast.