Zweisam Gemeinsam
19 Juni , 2009
Nach zwei Jahren gemeinsamen wohnens haben der Mann und ich nun unsere erste wirklich gemeinsame Anschaffung getätigt. Eine elektrische Zahnbürste – wie romantisch!
Es ist schon auffällig wie sehr man in einer langjährigen Beziehung die Eigenarten des anderen annimmt. Habe ich früher noch heimlich darüber gelästert, dass der Mann vor jedem Neukauf von irgendetwas erst einmal stundenlang das Internet bemühte um akribisch zu überprüfen ob das Gerät der Wahl auch wirklich das Beste, Günstigste und Empfehlenswerteste ist, so verbrachten wir heute unsere Mittagspause damit, miteinander telefonierend, sämtliche Zahnbürstenbewertungen eines großen Einkaufsportals eingehend zu studieren um die Zahnbürste der Zahnbürsten zu finden. Der Mann und ich, wissenschaftlich geprägt, setzten dabei auf klare Argumente und eindeutige Beweisführung:
Der Mann: „Sollten wir nicht die „Superbrush 2000″ nehmen? Die hat 57 Bewertungen, auch wenn sie teurer ist als die „Blitzblank 100″.“
Ich: „Na ich weiß nicht, die „Blitzblank 100″ hat zwar nur 27 Bewertungen, dafür sind die aber alle sehr gut und bei der „Superbrush 2000″ gab’s auch ein paar Unzufriedene.“
Der Mann: „Ja, aber das war nur wegen dem Akku, und ich weiß ja warum der bei denen so schnell kaputt gegangen ist. Man darf die Bürste halt nicht jeden Tag aufladen!“
Ich: „Aber in der Bewertung der „Blitzblank 100″ steht, dass sie vollkommen ausreichen würde, und dass der Hersteller sagt, dass man sie ohne Probleme jeden Tag laden kann!“
Der Mann: „Ja, was die Hersteller immer sagen! Lass uns die Superbrush nehmen, die ist bestimmt leiser.“
Ich: „Na gut, das ist ein Argument. Kunde Bert Huber schreibt hier nämlich zur Blitzblank „… nur dass sie so laut ist, das Leute im Nebenzimmer denken könnten, man Bohre gerade Löcher in die Wände.“
Der Mann: „Siehst du! außerdem fand ich die schon immer gut…“
Na ja, solang er nichtauf die Idee kommt, dass man das Design noch mit LED’s aufmotzen könnte…
Alles aus Liebe
15 November , 2008
Manchmal ist mit einem Lied alles gesagt…
Ich würde dir gern sagen,
wie sehr ich dich mag,
warum ich nur noch an dich denken kann.
Ich fühl mich wie verhext und in Gefangenschaft
und du allein trägst Schuld daran.
Worte sind dafür zu schwach,
ich befürchte, du glaubst mir nicht.
Mir kommt es vor, als ob mich jemand warnt,
dieses Märchen wird nicht gut ausgehen.
Es ist die Eifersucht, die mich auffrisst,
immer dann, wenn du nicht in meiner Nähe bist.
Von Dr. Jekyll werde ich zu Mr. Hyde,
ich kann nichts dagegen tun,
plötzlich ist es so weit.
Ich bin kurz davor durchzudrehn,
aus Angst, dich zu verliern.
Und dass uns jetzt kein Unglück geschieht,
dafür kann ich nicht garantiern.
Und alles nur, weil ich dich liebe,
und ich nicht weiß, wie ich’s beweisen soll.
Komm, ich zeig dir, wie groß meine Liebe ist,
und bringe mich für dich um.
Sobald deine Laune etwas schlechter ist,
bild ich mir gleich ein, dass du mich nicht mehr willst.
Ich sterbe beim Gedanken daran,
dass ich dich nicht für immer halten kann.
Auf einmal brennt ein Feuer in mir
und der Rest der Welt wird schwarz.
Ich spür wie unsere Zeit verrinnt,
wir nähern uns dem letzten Akt.
Und alles nur, weil ich dich liebe,
und ich nicht weiß, wie ich’s beweisen soll.
Komm, ich zeig dir, wie groß meine Liebe ist,
und bringe mich für dich um.
Ich bin kurz davor durchzudrehn,
aus Angst, dich zu verliern.
Und dass uns jetzt kein Unglück geschieht,
dafür kann ich nicht garantiern.
Und alles nur, weil ich dich liebe,
und ich nicht weiß, wie ich’s beweisen soll.
Komm, ich zeig dir, wie groß meine Liebe ist
und bringe mich für dich um.
Komm, ich zeig dir, wie groß meine Liebe ist,
und bringe uns beide um.
(Die Toten Hosen)
Telepatisches
30 Oktober , 2008
Es gibt wissenschaftliche Studien, die bestätigen, dass man sich während einer Beziehung aneinander angleicht. Bei dem Mann und mir äußert sich das immer wieder mal in ähnlicher Sprachwahl, dem gleichen genervten Schnauben vor dem PC und laut Behauptung unserer Freunde im gleichen Blick-/Neigungswinkel des Kopfes beim Zuhören. Wir streiten das natürlich gerne ab – oder versuchen es zumindest.
Manchmal machen mir allerdings gewisse Dinge ein bisschen Angst. Es gab mal eine Studie, die aufdeckte, dass sich sehr nahestehende Menschen, in ihren Denkmustern ähnlich sind, dass sich ihre Gehirnströme ähneln. Mein Schluss: Da Gehirnströme elektrische Impulse sind, könnte es damit quasi sein, dass ich einen elektrischen Gedankenimpuls in meinem Gehirn abschicke, und der Mann ihn empfängt und entschlüsselt.
Anders kann ich mir gestrige Situtation auch nicht erklären. Der Mann fragt mich wo die Thermoskanne steht, ich denke an den Küchenschrank, und im gleichen Moment beginnt er darin herumzuwühlen. Ähnliche Phänomene wurden mir auch von anderen Paaren (Wie wir gelernt haben lernt man, wenn man erwachsen ist fast nur noch Paare kennen.) berichtet.
Ich finde, das geht definitiv ein bisschen zu weit. So lang es sich um den Aufbewahrungsort der Thermoskanne handelt, mag das ja noch in Ordnung sein, aber was soll denn erst passieren, wenn er sein Geburtstagsgeschenk errät?
Gott sei Dank scheint unsere Seelenverwandtschaft aber noch nicht so weit fortgeschritten zu sein, und so bleibt es wohl erst einmal dabei, dass wir schnaubend vor dem Computer sitzen, und uns gleichzeitig erheben, wenn einer ans Kaffe-/Teekochen denkt.
Beziehungsforschung
16 Oktober , 2008
„Beziehungen und so…“ ist eines meiner Lieblingsthemen. Eigentlich ist es glaub ich sogar mein Lieblingsthema. Deswegen kann ich es überhaupt nicht verstehen, dass Männer sich fast nie über ihre Beziehungen/Freundinnen/Ex-Freundinnen unterhaten. Darüber philosophierte ich letztlich mit meiner Kollegin S. aka. „Olli“, die darüber wiederum tags zuvor mit ihrem Freund gesprochen hatte. „Wenn ihr nie über eure Freundinnen/Sex redet, worüber redet ihr denn dann?“ hatte sie ihn gefragt, und ich fand diese Frage durchaus berechtigt (Wobei der Mann diese ihm gestellte Frage abends mit einem lapidaren: „Über viele andere Dinge!“ beantwortete).
Gedanken, Fragen und Mutmaßungen über Beziehungen zwischen Männern und Frauen dominieren mein Leben. Ich registriere wann sich meine Freundinnen von ihren Kerlen trennen, mit wem sie zusammenkommen, wie die ersten Monate ablaufen und versuche dadurch allgemeingültige Regeln herzuleiten.
So habe ich z.B. festgestellt, dass Beziehungen, die die ersten drei Monate überstehen, große Chancen auf eine längere Dauer haben, dass sich die meisten Paare nach 3 – 4 Jahren trennen, und die, die sich später trennen meist sagen, dass es im dritten – vierten Jahr angefangen hat.
Mein neuestes Interesse gilt momentan, neben den Wechseljahren, der Pille. Es gibt x unterschiedliche Pillensorten, weil jede Frau einen anderen Hormonhaushalt hat, an den die Pille ja möglichst angelehnt sein sollte. Ich überlegte mir kürzlich folgendes:
Wenn zwei Frauen die gleiche Pille nehmen, dann heißt das doch eigentlich, dass sie einen ähnlichen Hormonhaushalt haben. Hormone sind ein wichtiger Faktor in der Partnerschaft und bei der Partnerwahl. Heißt das, wenn ein Mann von Anfang an registriert, welche Pille seine Freundinnen nehmen, und feststellt, das es da Parallelen gibt, dass er anhand der Pille, die eine Frau nimmt feststellen kann, wer eine potentielle Partnerin ist und wer nicht? Zeig mir deine Pille und ich sag dir wer du bist. Das wäre eigentlich ziemlich praktisch…
Vielleicht sollte ich darüber mal ein Buch schreiben. Ich nenne es dann „Kampfgebiete“ und veröffentliche unter dem Pseudonym Karlotta Riche… Ist doch ein schöner Name, Karlotta…
Ansprache
10 Oktober , 2008
„Wenn ich Single bin, spricht mich in der Disco keine Sau an!“ beklagte ich mich letztens bei meinem Kumpel Hörnchen (der diesen Namen wegen seiner ehemals exotischen Frisur weg hat), der gerade Single geworden war und mit mir philosophierte wie man am besten Anhänger des anderen Geschlechts anwirbt. „Ja, aber das ist doch so“, meinte er „wenn du total aufgestylt in der Disco sitzt, dann siehst du einfach so gut aus, dass sich keiner traut dich anzusprechen, weil alle meinen sie hätten eh keine Chance. Du müsstest mal so wie jetzt hingehen, ungeschminkt, Brille, normalere Klamotten, dann würde dich auch jemand ansprechen!“. (Ok, das heißt also: Normal seh ich nicht gut aus, aufgestylt schon, oder wie?! Ich werde das auf jeden Fall mal im Hinterkopf behalten. Wenn ich mit 60 wieder Single bin werde ich dann bestimmt auch aufgestylt angesprochen…)
Wenn ich abends von der Arbeit komme, muss ich quer durch die Innenstadt um zu meiner Wohnung zu gelangen. Auf diesem Weg nehme ich so ziemlich jeden blöden Studenten mit, der mir irgendeinen Spendenvertrag für die Greenpeace, WWF, seine Oma andrehen will, und sie sprechen immer zielstrebig mich an. Ich habe schon länger vermutet, dass es da einen Zusammenhang mit Hörnchens These geben muss, aber gestern hat es sich dann eindeutig bewahrheitet.
Ich kämpfte mich durch die ungewöhnlich volle Innenstadt, fluchte in mich heinein über die Spaziergänger die sich im Schneckentempo vorwärts bewegen, die Menschen die mitten im Gehen stehen bleiben und sich dann aufregen, dass man sie anrempelt, fluchte über den üblichen Feierabendverkehr und meine unglaublichen Kopfschmerzen, wegen denen ich meine Augen kaum offen halten konte. Ich lief also fluchend, mit schiefem, zum Boden gerichtetem Gesicht, Augenringen und schnellen Schrittes über die Einkaufsstraße, als mich zwei Studis musterten, sich ein „Die ist perfekt“ zuraunten und mir in den Weg sprangen: „Hey, du…“. „NEIN DANKE!„.
Ich hörte noch wie er mir ein „Kannten wir uns schon?“ zurief, aber da hatte ich ihn und seinen Kumpel schon hinter mir gelassen.
Die Erkenntns kam zu Hause, nach einer Kopfschmerztablette, einem heißen Tee, und zehn Minuten Couchruhe: „Um von Männern angesprochen zu werden, muss man Mut zum Verfall haben!“
Allein zu Haus
2 Oktober , 2008
Mein Freund, im nachfolgenden „Der Mann“ genannt, ist über das Wochenende auf Festival gefahren. Ich bin nicht dabei. Das was man dort Musik nennt mag ich meinen Ohren nicht antun. Doof, denn jetzt vermiss ich ihn ziemlich.
Heute ist Freitag, obwohl eigentlich Donnerstag ist. Aber weil Morgen Feiertag und damit frei ist, fühlt es sich wie Freitag an. Freitags bin ich immer sehr müde. Ausgepowert von der Woche und zu nichts zu gebrauchen. Freitagabend ist Couchabend. Krimis gucken, oder DVDs. Schokolade essen. Auf dem Sofa einschlafen, irgendwann vom Mann geweckt werden und ins Bett schlurfen.
Ohne den Mann fällt mir kein Film ein, den ich gucken will. Ich bin immer ein bisschen deprimiert wenn es regnet, und das ist gerade der Fall. Die Wohnung kommt mir irgendwie so groß vor, und vor allen Dingen unheimlich leise und dunkel. Das Klackern der Tastatur am Schreibtisch nebenan fehlt, das zwischenzeitliche Fluchen über biestige Anwendungen und der Geruch der Zigarillos, die er ständig raucht, was mich normalerweise furchtbar nervt.
Ich surfe ziellos im Internet. Kämpfe gegen die Müdigkeit. Alleine schlafen ist doof! Samstag kommen die Mädels vorbei. Aber selbst ein Mädelsabend, der zwangsläufig nur stattfindet, wenn der Mann außer Haus ist, kann seine Abwesenheit nicht ganz ersetzen.
Ich laufe rüber zum Kleiderschrank. Gott sei Dank! Seinen meinen Lieblingspulli hat er nicht mitgenommen! Ich kuschel mich in den Sweater und mache mir einen Tee. Ich werde das Wochenende schon überstehen! Das hab ich mir fest vorgenommen
Männergespräche
25 September , 2008
Ich unterhalte mich gerne mit Männern. Persönlich, von Mann zu Frau, oder auch per E-Mail. Männer haben einen anderen Blick auf die Welt. Während man mit Frauen zwangsläufig früher oder später über Männer oder andere Frauen spricht, kann man sich mit Männern über das Drumherum des Lebens unterhalten.
Früher hatte ich immer mehr Freunde als Freundinnen (Ich finde es übrigens furchtbar nervig, dass im Deutschen Freund und Freundin von Freund und Freundin als Partner nicht so klar abgegrenzt sind wie im Englischen, das führt ständig zu Verwirrungen!) – das war, bis ich 18 und damit potentielle Beute wurde.
Mittlerweile dürfen meine Freunde von damals nicht mehr mit mir reden, oder sie wollen andere Dinge als mit mir reden. Also muss ich auf Pärchen zurückgreifen. Das Problem an Pärchen ist aber, dass Pärchen meist aus einem Mann und einer Frau bestehen. Wenn ich also ein Pärchen einlade, um mich mit dem Mann zu unterhalten, dann ist meistens auch seine Freundin, und mein Freund dabei, weil man sich ja von Pärchen zu Pärchen unterhält. Das führt wiederum meist dazu, dass irgendwann die Männer in der einen Ecke über Computer und Filme sinnieren und sich die Frauen auf der anderen Seite der Couch über XY die jetzt mit UA zusammen ist unterhalten. Also sind Pärchen-Pärchen-Treffen eher ungeeignet (Wobei Ausnahmen natürlich immer die Regel bestätigen, manchmal gibt es goldene Partymomente, in denen Männer und Frauen gemeinsam versuchen zu ergründen was Männer und Frauen so denken, das führt meist zu erheiternden Schlüssen und ist untopbar!). Bleiben also noch Single-Männer, die man flüchtig kennt.
Ich komme mit einem Singlemann ins Gespräch. Ich erwähne immer möglichst früh und öfter als einmal, dass ich glücklich vergeben bin, und versuche vorher von vorneherein auszuschließen, dass der Mann denkt ich wolle mit ihm flirten. Leider habe ich immer wieder das Gefühl, dass die Männer das vollkommen ignorieren.
Man(n) unterhält sich also und tauscht später E-Mailadressen aus, da meine Beine ja eher faul und mein Hintern meist an den Schreibtischstuhl geklebt ist (s. auch „Besuch“). Dann startet meine Fünf-Wochen-Freundschaftsmisere: Wir schreiben E-Mails, über drei bis fünf Wochen, er redet mehrfach davon, dass wir uns doch noch mal auf nen Kaffee treffen sollten, nach vier Wochen sind seine Phantasien, dass ich je wieder Single werden könnte langsam ausgeschöpft, oder aber er hat es bis dato tatsächlich geschafft hundert E-Mails lang zu ignorieren, dass ich vergeben bin, und fragt: „Bist du eigentlich noch Single?“. Dann kommt keine E-Mail mehr, und ich muss mir einen neuen Fünf-Wochen-E-Mail-Freund suchen.
Liebe Männer, ich will doch einfach nur mit euch über Motorräder und Filme, und das Leben an sich reden. Ich möchte euch als asexuelle Wesen sehen, wie meine Brüder und meinen Vater, und von euch als asexuelles Wesen gesehen werden wie eure Mutter (Ok, vielleicht nicht wie eure Mutter…) oder Schwester. Ich möchte an euren männlichen Lebensweisheiten teilhaben, und ein Spion wäre ich auch nicht, weil ihr sowieso nie über Frauen redet, obwohl wir euch das immer unterstellen (Vielleicht weil wir uns das wünschen?).
Ich will mit euch Paintball und Eishockey spielen gehen, und saufend und gröhlend über die Straße laufen, und mit euch über Leute lästern, weil ihr das viel besser könnt als meine Freundinnen. Im Grunde meines Herzens gibt es eine männliche Seite, die sich einfach nur nach Kommunikation sehnt. Von Mann zu Mann.
Schatz-und-Schatz-Pärchen
17 September , 2008
Es gibt Pärchen, die in dem Moment, in dem sie zusammen kommen ihre Existenz als Einzelperson ablegen. Man sagt ja Liebe mache blind, was aber häufig vergessen wird, Liebe macht auch blöd. Oft zumindest. Mir kommt da spontan der Begriff „das Gehirn wegvögeln“ in den Sinn.
Aufgrund dieser verminderten Hirnzellenstruktur (Keine Sorge, das ist in vielen Fällen noch reparabel!), vergessen viele Liebende das Wort „Ich“ und ersetzen es durch „Wir“.
Was aber noch viel Schlimmer ist, diese anhaltende Demenz führt oft dazu, dass Paare ihre eigenen Namen vergessen (manchmal hege ich aber auch den Verdacht, sie haben sich am Anfang einfach nicht getraut einander nach dem Namen zu fragen, und finden, dass es jetzt zu spät ist). Um diesen Gedächtnisverlust/dieses Unwissen zu überdecken wird oft ein Ersatzname wie, „Puschel“, „Hasi“, „Herzchen“ etc. verwendet. Wer nicht so kreativ ist, benutzt den in Deutschland laut Statistiken beliebtesten Ersatznamen, „Schatz“. Liebes-Demenz-Erkrankte nenne ich daher in meinem Fachjargon „Schatz-und-Schatz-Pärchen“.
Schatz-und-Schatz-Pärchen sind die Pärchen, die etwas nah am Wasser gebauten Singles die Tränen in die Augen treiben, und Normalverliebte an die Kloschüssel. Schatz-und-Schatz-Pärchen heiraten bei der Traumhochzeit und Schatz-und-Schatz-Pärchen verzeihen sich bei Kai Pflaumes „Nur die Liebe zählt“.
Schatz-und-Schatz-Pärchen schenken sich rosa Plüschtiere und finden es sooo süüüüüüüüß wenn Schatz pupst. Schatz-und-Schatz-Pärchen telefonieren in jeder Mittagspause, und im Zug, und schreien dabei alle fünf Minuten „Aaaaber Schaaaaaaaaaaaaaatz…“ in den Hörer. Schatz-und-Schatz-Pärchen weinen herzzerreissend, wenn sie sich streiten und schwören sich anschließend die ewige Rosa-Blümchen-Herzchen-Liebe.
Ich muss es einmal los werden: Schatz-und-Schatz-Pärchen gehen mir echt auf den Sack (ja, ich weiß, dass ich keinen hab, aber wenn ich einen hätte…)!
Es mag Menschen geben, die behaupten, ich wäre bloß neidisch, ich würde mich nach rosa Zuckerwatte und einer weißen Hochzeit mit Turteltauben sehnen. Denen sei gesagt: Ihr habt ja so keine Ahnung!
Mein „Schatz“ hat mir seinen Namen verraten, und weiß auch immer noch wie ich heiße, und wenn wir rosa Zuckerwatte kaufen, dann bitte nur in der Größe „heavy“. Wir schenken uns auch keine Plüschtiere, sondern gehen lieber Steak medium essen und dazu Bier oder Wodka trinken. Und „White Wedding“ gibt es bei unserer Hochzeit auch nur als Song, von Billy Idol.