1° C und heiter
15 Oktober , 2009
Am Ende des Sommers, wenn es so langsam kalt und ungemütlich wird, fröhnen der Mann und ich einen kleinen Spiel das „Wie-lange-halten-wir-durch-ohne-zu-heizen“ heißt. Ein wichtiges Element dieses Spiels ist das Thermometer im Wohnzimmer. Solange dort noch 20° C angezeigt werden ist es eindeutig zu warm um den alten Gasbollerofen anzufeuern.
Gestern haben die Batterien des Thermometers den Geist aufgegeben, und ich saß frierend, selbst im Pullover, im Wohnzimmer und überlegte wie warm oder kalt es nun sein mochte. 19 ° C wären ja noch so gerade am Limit, aber 18 ° C, da könnte man durchaus mal den Ofen anmachen… Ab einem gewissen ältegrad ist das ja auch schädlich für die Bausubstanz…
Das Spiel ist für dieses Jahr mal wieder verloren. Ich bin schwach geworden und habe den Ofen aufgedreht. Später hat der Mann ihn noch mal höher gestellt… Ausschlaggebend war der Kater, der den ganzen Tag auf dem Badezimmervorleger gelegen hatte, weil das Bad durch die gute Sonnenlage der wärmste Ort der Wohnung ist. Und unseren armen Kater wollen wir ja nicht frieren lassen
„1 ° C und heiter, war es heute morgen!“, erzählt mir der Mann beim Abendessen, „Das hat so eine ältere Frau heut morgen zu einer anderen gesagt.“ Na Danke, 20 ° C und Regen wären mir evtl. lieber…
Katerstimmung
12 Oktober , 2009
Eigentlich gab es da ja immer den Möbel-Vorwand. Eine zugegebenermaßen berechtigte Angst des Mannes um seine Möbel, die er, wie ich stolz erzählen kann, alle (außer das Sofa) in mühevoller Handarbeit selbst gebaut hat. Natürlich hatte er um das Sofa auch immer Angst gehabt, immerhin ist es aus dickem Rindsleder und verdammt bequem. Also: Keine Katze für die Bleilaus, erst wenn wir unseren Selbstversorger-Bauernhof auf dem Land mit viel Platz und eigenem Zoo hätten. Damit hatte ich mich ja schon fast abgefunden, gäbe es nicht diese unsäglichen Social-Network-Portale.
In einem ebendieser traf ich nämlich eines schönen Abends auf den Hilferuf einer Bekannten. Ihr Freund und ihr Kater seien sich weder grün noch könnten sie sich riechen, und so suche der Kater eine neue Bleibe (wobei die Chefsekretärin jetzt sicher sagen würde, dass sie doch besser für den Kerl ein neues Zuhause hätte suchen sollen
).
Da der Mann leider sehr unbestechlich ist (Noch nicht mal Schokolade!!!), musste ich mich natürlich zunächst wappnen. „Mag dein Kater Ledersofas?“, schrieb ich meiner Bekannten J., die den Hilferuf in die Welt gesendet hatte. „Also um eure Möbel bräuchtest du dir keine Sorgen zu machen, ist nur die Frage, ob ihr noch Platz auf dem Sofa findet, wenn er sich darauf ausgebreitete hat
.“ Schrieb J. zurück. Die Antwort, die ich erhofft hatte.
Zugegebenermaßen, wenn es darum geht die Männer um den Finger zu wickeln bin ich Profi. Vier Brüder und ein Vater, da hat man viel Gelegenheit von Kindheit an zu üben („Och biiiiiiiiiitte, räum doch die Spülmaschine für mich aus…“). Ich startete meinen Angriff:
Ich: „Duuuuu, die J. will ihren Kater abgeben…“
Der Mann: „Uhum…“
Ich: „Guck mal, hier ist ein Foto, willst du nicht mal schauen….?“
Der Mann: „Lieber nicht…“
Ich: „Aber er zerkratzt keine Möbel und auf Ledersofas legt er sich nur drauf…“
Der Mann: „*grummel* *seufz*, na zeig mal… Oh, der ist ja komplett schwarz…, und er hat gelbe Augen…, hm… Hast du J. schon angerufen?“
Ich: „Nee, hab ihre Nummer nicht, ich hab ihr eine Mail geschrieben.“
Der Mann: „Ich hab ihre Nummer, ruf sie mal an.“
War ja einfacher als erhofft
Und so tapst nun ein dicker schwarzer Kater durch unsere heiligen Hallen, versucht dem fluchenden Mann den Schinken vom Brot zu klauen, um ihn anschließend wieder damit milde zu stimmen, dass er ihm schnurrend um die Beine läuft. Natürlich hat er auch nicht irgendeinen Kratzbaum bekommen, sondern einen vom Mann persönlich zusammengestellten und -gebauten. Extragroß und extrahoch. Und wie alles was der Mann so zusammenschraubt, versehen mit dem dem Prädikat „Built to resist!“.
Taubendreck
14 September , 2009
Tauben mögen ja die Boten des Friedens und der Liebe sein – für mich sind sie gurrende Scheißmaschinen. Innenstadtbewohner von großen Städten werden mir recht geben: Tauben nerven. Bei mir persönlich fängt das schon damit an, dass ich das Taubengurren mit dem morgendlichen Aufstehen verbinde – keine gute Assoziation. Morgens sitzen die Tauben von Rock City nämlich gerne versammelt auf dem Fensterbrett unseres Badezimmers und gurren mir die Ohren zu.
Tagsüber beschäftigen sich die Biester damit, unseren kleinen Balkon vollzukacken. Deswegen haben wir jetzt das Zeichen der Wehrhaften installiert: einen großen schwarzen Plastikraben. Wir waren dabei allerdings nicht so dezent wie die meisten Rock-Citier, die ein kleines, sitzendes Exemplar auf ihrem Balkon bevorzugen, nein, wir sind in die Vollen gegangen und haben einen großen Raben mit ausgebreiteten, pechschwarzen Schwingen installiert. Sieht auch besser aus!
Die erste Zeit waren wir auch recht überzeugt davon, dass es funktioniert. Da der Mann allerdings keine Lust hatte den Balkon zu putzen, und es auch recht trocken war, konnten wir nur vermuten, das keine neuen Taubenhinterlassenschaften hinzugekommen waren. Da es aber auch irgendwann mal regnet, und der Mann auch nicht immer auf einem schmutzigen Balkon rauchen wollte (Ja, er tut es immer noch!), hat der Balkon dann doch noch mal frischen Glanz bekommen.
Eine eindeutige Aussage, was die „Ratten der Lüfte“ von unserem neuen Balkon-Mitbewohner halten, gab es dann auch schon am nächsten Tag: einen dicken Tauben-Flatschen wirklich mitten auf den Balkon-Fliesen unterstützt durch Protest-Gurren vor dem Badezimmerfenster. Ein eindeutiges Statement, wenn ihr mich fragt. Der Mann und ich machen uns nun Gedanken über eine Raben-Armee um unseren klinen Balkon zu beschützen – denn auf den Tag an dem eine Taube unserem Raben einfach auf den Kopf scheißt, wollen wir nicht warten.
Wartungsarbeiten
3 September , 2009
Statt einen Artikel zu schreiben, habe ich heute mal ein bisschen rumgeschraubt. Ich habe mal den Wust an Kategorien sortiert. Dieser Aktion ist auch der ein oder andere Artikel zum Opfer gefallen, allerdings fällt das wahrscheinlich eh niemandem auf
Dieser Tage gibt es dann aber wieder was Neues zu Lesen
Sportskanone
28 August , 2009
„Du, warst du früher auch mal sportlich?“, hat mich mein zweitjüngster Bruder (11) gestern gefragt.
Ich war ein bisschen empört. Ok, ich habe den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden, nächste Woche geh ich wieder trainieren. Bestimmt…
Der böse innere Schweinehund
27 August , 2009
Selbstorganisation ist gar nicht so einfach. Warum sollte man um neun Uhr aufstehen, wenn man gar nicht muss? Und warum sollte man, wenn man sich dann um zehn Uhr nach eingehender Selbstermahnung (Mich erinnert das immer an Pippi Langstrumpf, die sich abends selbst ins Bett schickt.), ohne Frühstückstee ins Fitnessstudio schlurfen, wenn man noch den ganzen Tag dazu Zeit hat?
Eine Möglichkeit sich zu organisieren, wären natürlich Tagespläne, aber niemand kontrolliert ja, ob man Donnerstag auch wirklich das Bad geputzt und die Wäsche gewaschen hat… Ich persönlich glaube ja, das ist der letzte Schritt zum Erwachsenendasein, den inneren Schweinehund vergiften. Leider fällt mir spontan kein Erwachsener ein, der das ohne äußere Zwänge (Arbeit, Kinder, Abgabetermine etc.) geschafft hätte. Deshalb kann ich auch niemanden fragen.
Ich glaube, dass viele meiner Freunde jetzt sagen würden, dass sie das sehr wohl geschafft haben, auch ohne oben erwähnte Umstände. Aber, dass niemand von denen das Putzen des Bads schon mal auf den nächsten Tag verschiebt, das glaub ich nicht wirklich…
Festgestellt
25 August , 2009
Mein CD/DVD-Laufwerk riecht wenn es sich öffnet nach Curry…
Ein schöner Zeitvertreib
25 August , 2009
Der Mann und ich sind auf der Suche nach der perfekten Wohnung. Es muss die perfekte Wohnung sein, weil nichts Anderes einen erneuten, riesigen Umzug mit aufwändiger Auszugsrenovierung und anschließender Massenbehandlung beim Chiropraktiker rechtfertigen würde.
Also wird ein Teil unserer freien Abende nun wieder mit Wohnungsbesichtigungen gefüllt. Da wir aber nicht nur ein junges, solventes Pärchen, sondern auch noch verdammt neugierig sind, schauen wir uns hin und wieder auch mal eine Wohnung an, von der wir von Anfang an wissen, dass sie uns vermutlich zu klein und zu verbaut ist, oder dass wir sie nicht nehmen werden, weil wir Courtage für Abzocke halten (Wer mir das Gegenteil beweisen kann möge sich an dieser Stelle herzlich dazu eingeladen fühlen – no hard feelings). „So bleiben wir zumindest in Übung, was das Wohnungen Anschauen und Bewerten angeht.“, sagt der Mann dazu.
Gestern morgen, als ich im Halbschlaf die neuesten Anzeigen durchstöberte, kam mir die Idee, dass man die Ganze Wohnungssuchsache noch ein bisschen interessanter gestalten könnte. Ein Immo-Rollenspiel. Was würde der Immobilienmakler wohl tun, wenn Frau einen Streit darüber inszenieren würde, dass der Mann der jetzigen Mieterin angeblich auf den Hintern schaue? Bei der abendlichen Tagesbesprechung hatte der Mann sogar noch bessere Ideen: „Ich könnte die ganze Zeit nörgeln, und wenn ich in einen anderen Raum gehe sagst du einfach: „Er ist immer so, aber dafür ist er eine Granate im Bett!“, und lieferst eine Vollbeschreibung.“
Schade, dass der Mann und ich engagierte Mütter hatten, die uns Anstand und Höflichkeit beigebracht haben, ansonsten wäre die Welt wahrscheinlich um einiges lustiger…
1. Dein Lieblingsessen ist noch immer Spaghetti Bolognese, Pizza oder Fischstäbchen mit Kartoffelpüree und Gurkensalat.
2. Im Haus trägst du keine Birkenstocklatschen, sondern Dinosaurier-Plüsch-Pantoffeln.
3. Du siehst immer noch gerne Kinderfilme.
4. Du bügelst deine Wäsche nicht.
5. Du kaufst immer noch Kinder-Frühstücks-Flocken.
6. Du glaubst immer noch daran eines Tages reich und berühmt zu werden.
7. Der Türsteher fragt dich immer noch jedes Mal nach dem Ausweis.
8. Du magst keinen Kaffee und auch kein Bier.
9. In deiner Wohnung hängen immer noch Bandposter.
10. Batman ist dein Held.
Ergänzungsvorschläge?