Festgestellt…

14 Dezember , 2009

Irgendwer aus meinem Freundes-, Bekannten- oder Familienkreis muss auch Arts and Culture studieren. Wofür sonst mache ich mir eigentlich die Mühe meinen gesamten Stoff ordentlich zu ordnen, zusammenzufassen und zu komplettieren?! Vielleicht sollte ich die Unterlagen später verkaufen…

Es weihnachtet sehr…

2 Dezember , 2009

… zumindest überall um mich herum. Die Schaufenster sind bereits seit Monaten dekoriert, die Weihnachtsmärkte sprießen wie Pilze aus dem Boden und an Butterspekulatius habe ich mich schon im Oktober überfressen. Weihnachtlicher fühl ich mich aber nicht.

Vielleicht liegt das an der Abgabe der Zusammenfassungen diverser philosophischer Texte, die nächste Woche ansteht, oder an dem Exam in der Woche darauf… Fakt ist jedoch: dies ist das erste Jahr in dem ich drei Wochen vor Weihnachten immer noch keine Weihnachtsgeschenke gekauft habe.

Ich hoffe, dass mich das Weihnachtsfieber noch rechtzeitig erwischt. Vielleicht sollte ich dem Kater rote Stiefel anziehen…

Wie es geht

22 November , 2009

Mein Studentenleben hält mich in Atem. Nachdem ich jahrelang in Träumen über wilde Partynächte zwischen philosophischen Diskussionsrunden und viel Freizeit geschwelgt habe, hat mich spätestens in der vergangenen Woche die Realität eingeholt. Zumindest wir Studenten in Oude Stad wissen wie man hart arbeitet.

Generell möchte ich mich ja nicht beklagen, denn müsste ich nicht nebenher arbeiten, wäre mein Studium zwar nicht wesentlich weniger anstrengend als mein vorheriges Arbeitsleben, aber ich hätte zumindest ein kleines bisschen mehr Freizeit. Da mir aber leider eine reiche Geburt versagt war, trete ich nun diese Woche meine Arbeitstelle im Weihnachtswahnsinn an. Vier Wochen lang soll ich die Kunden eines großen Kaufhauses betreffend Parfum und Schmuck beraten. Wer mich näher kennt wird diese Vorstellung sehr absurd finden – ungefähr genau so absurd wie ich diesen Vorschlag meiner zukünftigen Chefin fand (An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Chefsekretärin den Jackpot gezogen hat und die Spielwarenabteilung betreut *grmpf* *neid*).

„Sie hat mich gefragt, ob ich mich für Schmuck interessiere…“, erläuterte ich dem man kopfschüttelnd in unserem abendlichen Tagesrückblick. „Aber das tust du doch, solange er aus Horn, Titan oder Stahl ist…“, witzelte der Mann – ich bin stolze Trägerin geweiteter Ohrlöcher, sogenannter Flesh-Tunnel bzw. Plugs und diverser Piercings.

Ich denke, man muss nehmen, was man kriegen kann, und für eine Menge anekdotischer Erzählung wird der Monat bestimmt ausreichend Stoff bieten. Man(n) darf also gespannt sein…

Oude Stad

15 September , 2009

Viel hab ich ja bisher noch nicht erzählt, von meinem Studium im „Ausland“, in einer mittelgroßen, sehr schönen und alten Stadt. Das will ich nun aber ein wenig nachholen. Nennen wir das Städtchen einfach mal „Oude Stad“. Das ist niederländisch, bedeutet „Alte Stadt“ und passt deswegen ganz hervorragend.

Oude Stad besticht durch viele sehr, extrem alte Gebäude in typischem niederländischen Baustil, eine begehbare Stadtmauer und einer recht namhaften Universität. Meine Fakultät ist umgeben von Sex- und Coffeeshops, von Tattoo-, Piercing- und Gruftiläden und kleinen Indienlädchen, die nach Räucherstäbchen duften. Ihr Prunkstück ist der Spiegelsaal, der wohl schönste Unterrichtsraum, den ich jemals gesehen habe. Die Wände sind von oben bis unten kunstvoll mit Stuck verziert, und der Boden natürlich mit Parkett ausgelegt – leider haben wir darin noch nie Unterricht gehabt. Doch auch dem Rest der Uni sieht man seinen historischen Wert an, liebevoll restauriert und teilweise mit neueren Elementen, architektonisch geschickt ergänzt.

In den letzten zwei Wochen hat Oude Stad mein Herz erobert, und das liegt nicht nur an den niederländischen Supermärkten und der schönen Architektur, sondern auch an der niederländischen Lebensweise an sich, die mir durch die Grenznähe zwar von Kindheit an vertraut ist, nun aber wieder bewusster wird. Es ist wirklich erstaunlich, wie wenig und doch so viel anders manche Dinge ein paar Kilometer weiter sein können.

Ich denke, dass die Niederländer viel offener und herzlicher sind als die Deutschen. Das merkt man schon an der Sprache, in der ein „Sie“ zwar existiert, im alltäglichen Gebrauch jedoch nicht häufig vorkommt. Als großer Fan von allem Frittierten komme ich auf die Dauer natürlich auch um die „niederländische Küche“ nicht herum, obwohl man die hier in der Grenzregion natürlich auch in Deutschland genießen kann.

Es gibt noch eine ganze Reihe Dinge, die mir in Oude Stad immer wieder positiv auffallen. Das Wichtigste ist für mich aber, dass ich mich hier studientechnisch gut betreut und recht wohl fühle. Und vielleicht bleibe ich deswegen auch für den Master…